DMP Brustkrebs


Was sind die Ziele des DMP Brustkrebs?

Mit dem DMP Brustkrebs soll eine systematische Koordination der Behandlung der betroffenen Patientinnen gewährleistet werden.
Das DMP Brustkrebs verfolgt im Wesentlichen folgende Ziele:

  • Behandlungnach dem aktuellen evidenzbasierten Stand der Wissenschaft
  • Vermeidung von Rezidiven
  • Vermeiden eines Fortschreitens der Erkrankung
  • Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen
  • Einbindung der Patientinnen in die Behandlungsentscheidungen und patientinnenzentriertes Vorgehen
  • Kooperation aller an der Behandlung Beteiligten

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Welche Medien können zur Information und Aufklärung der Patientin im DMP eingesetzt werden?

Es gibt zahlreiche Publikationen, die der an Brustkrebs erkrankten Patientin Informationen und Hilfen zu ihrer Erkrankung geben können. Eine entsprechende Literaturliste findet sich im Praxismanual.
Die AOK stellt ihren eingeschriebenen Patientinnen u.a. das AOK-Brustbuch zur Verfügung. Es ist ein Handbuch, das die Patientin begleiten und ihr helfen soll, ihre Erkrankung zu bewältigen.

Das AOK-Brustbuch vermittelt medizinische Informationen, die es der Patientin ermöglichen, den Entscheidungs- und Behandlungsprozess mit zu gestalten. Es enthält die Beschreibung der wesentlichen medizinischen Stationen, die während des Behandlungsverlaufs wichtig sind. Die Patientin findet Tipps, Checklisten, eine Literaturliste, Internet-Adressen, Adressen von Selbsthilfegruppen, ein Glossar sowie Informationen zu Leistungen der Sozialversicherung.

Das Brustbuch wird regelmäßig entsprechend der Inhalte der aktuellen DMP-Richtlinie aktualisiert.

Weitere Medien:
Patientinnenbroschüre
Brusterhaltende Therapie oder Brustentfernung?
Entscheidungshilfe zur Operation bei einem kleinen Tumor in der Brust
Brustentfernung - Was kommt danach?
Entscheidungshilfe zum Vorgehen nach einer Brustentfernung

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Wie können Ärzte am DMP Brustkrebs teilnehmen?

Die Teilnahme der Vertragsärzte an diesem Programm ist freiwillig.
Voraussetzung für die Teilnahme von Vertragsärzten ist, dass

  1. Die Anforderungen an die Strukturqualität gemäß Anlage 2a oder 2b erfüllt werden,
  2. Die Sicherstellung dieser Anforderungen für die Dauer der Programmteilnahme gewährleistet wird.
  3. Anlage 2a beinhaltet die Anforderungen an die Strukturqualität der an der hochspezialisierten Versorgung teilnehmenden Vertragsärzte, wie Radiologen, Onkologen, Psychiater etc.

Anlage 2b beinhaltet die Anforderungen an die Strukturqualität der Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
Die ausgefüllte und mit dem Praxisstempel versehene Teilnahmeerklärung senden Sie an folgende Adresse:

Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände Berlin
Kommission DMP Brustkrebs
Wilhelmstr. 1
10957 Berlin

Wenn die notwendigen Strukturvoraussetzungen der Kommission der Krankenkassenverbände als schriftlicher Nachweis vorliegen, entscheidet diese über die Zulassung zur Teilnahme am DMP Brustkrebs Berlin. Sie erhalten einen schriftlichen Bescheid über Ihre Zulassung.

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Welche Patientinnen kommen für das DMP Brustkrebs in Frage?

Eingeschrieben werden können alle Patientinnen mit Brustkrebs, die die Einschreibekriterien erfüllen und bereit und in der Lage sind, aktiv am Programm teilzunehmen.
Es gelten folgende Einschreibekriterien:

  • histologischer Nachweis eines Mammakarzinoms oder Rezidivs (incl. DCIS). Die Diagnose wird in der Regel vor dem therapeutischen Eingriff gestellt.
  • Die Diagnosesicherung darf nicht länger als 5 ½ Jahre zurückliegen, da die DMP-Teilnahme 5 ½ Jahre nach der Diagnose endet.
  • Tritt ein Rezidiv während der Teilnahme im DMP auf, verlängert sich die Teilnahmemöglichkeit um 5 ½ Jahre nach histologischer Diagnosestellung des Rezidivs.
  • Vorliegen von Fernmetastasen bei bekanntem Brustkrebs, unabhängig vom Zeitpunkt der Erstdiagnose. Die DMP-Teilnahme ist zeitlich unbegrenzt möglich.

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Wie lange werden Patientinnen im DMP Brustkrebs betreut?

Das Programm endet nach fünf Jahren Rezidivfreiheit nach der Primärtherapie, dies wurde definiert durch einen Zeitraum von 5 ½ Jahren nach histologischer Diagnosesicherung. Tritt ein Rezidiv während der Teilnahme im DMP auf, verlängert sich die Teilnahmemöglichkeit um 5 ½ Jahre nach histologischer Diagnosestellung des Rezidivs. Wird ein Rezidiv nach Beendigung der DMP-Teilnahme nachgewiesen, ist eine Neueinschreibung möglich. Ebenso bei Vorliegen von Fernmetastasen bei bekanntem Brustkrebs, unabhängig vom Zeitpunkt der Erstdiagnose.

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Wo gibt es Hilfestellung für das Ausfüllen der Dokumentation?

Die Praxismanuale der Programme enthalten Ausfüllanleitungen für die Erst- und Folgedokumentation. Diese Anleitungen finden Sie hier.

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Was ist zur Einschreibung der Patientin erforderlich?

  1. Die schriftliche Diagnosestellung durch den Arzt; diese Bestätigung befindet sich ebenfalls auf dem Vordruck der Teilnahmeerklärung.
  2. Die vollständige Erst-Dokumentation; sollten Ihnen hierbei notwenige Angaben noch nicht bekannt sein, fordern Sie bitte diese (z.B. OP-Bericht) von der operierende Einrichtung (teilnehmendes Brustzentrum, bzw. des versorgenden Krankenhauses) an und übermitteln Sie die Daten auf einer weiteren ergänzenden Erstdokumentation an die Datenstelle nach.

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Wie häufig ist eine Folgedokumentation durchzuführen?

Die Folgedokumentationen und die dafür notwendigen Untersuchungen sind nach den Vorgaben der Verordnung in einer zeitlichen Folge von jeweils sechs Monaten durchzuführen, d.h. jedes zweite Quartal.

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Wann ist die Dokumentation vollständig?

Wenn Sie Ihre Angaben gemacht haben, eine Plausibilitätsprüfung durch die Datenstelle erfolgt ist und Ihre Unterschrift sowie Ihr Arztstempel auf der Versandliste vorliegen.

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Wie oft muss die Patientin unterschreiben?

Die Patientin unterschreibt nur noch einmal Ihre Teilnahme-/Einwilligungserklärung.

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An wen sende ich die Dokumentationsunterlagen?

An die Datenstelle:

data experts gmbh
Allee der Kosmonauten 33g
12681 Berlin

Hotline-Nr. für Arztfragen bei Korrektur der Dokumentation: 54 708 126

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Wo erhalte ich die DMP-Vordrucke?

Sobald Sie ins DMP eingeschrieben sind, erhalten Sie automatisch vom Paul Albrechts Verlag eine Erstausstattung mit Teilnahme- und Einwilligungserklärung. In dieser Erstausstattung wird ein Faxvordruck sein, mit dem Sie o.g. Vordrucke nachbestellen können.

Paul-Albrechts-Verlag
Hamburger Str. 6
22952 Lütjensee

Tel.: 04154 - 799 0
Fax: 04154 - 799 133

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Wie wird der Dokumentationsaufwand vergütet?

Die Kosten für den Versand der Unterlagen, einschließlich Information und Beratung der Patientinnen sind mit der Sondervergütung nach §26 des DMP-Vertrages abgegolten.
Vom koordinierenden DMP-Arzt gemäß §6 extrabudgetär abrechenbar:

  1. Aufklärung und Einschreibung der Versicherten, Erstellung und Versand der Teilnahme- und Einwilligungserklärung sowie der Erstdokumentation: € 25 (Pseudoziffer 99105)
  2. Begleitgespräch / einmal je Quartal ohne Folge-Dokumentation: € 12,50 (Pseudoziffer 99106)
  3. Begleitgespräch / einmal je Quartal einschließlich Erstellung und Versand der Folgedokumentation; Dokumentationszeitraum 6 Monate: € 17,50 (Pseudoziffer 99107)

Die Abrechnung der unter Punkt 3 genannten Vergütungsposition schließt eine Abrechnung der unter Punkt 2 genannten Vergütungsposition aus.

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Wo erfahre ich, welche Ärzte, andere Spezialisten und Einrichtungen an einem DMP teilnehmen?

Eine Liste aller am DMP teilnehmenden Ärzte, Spezialisten und Einrichtungen (Leistungserbringerverzeichnis) ist im jeweiligen DMP-Vertrag vereinbart und wird tagesaktuell erstellt. Zum Leistungserbringerverzeichnis klicken Sie bitte hier.

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Welche Strukturvoraussetzungen müssen Brustzentren erfüllen?

Die teilnehmenden Einrichtungen verpflichten sich, u.a. die folgenden Anforderungen der EUSOMA-Leitlinien für Brustzentren zu erfüllen und während der Laufzeit des DMP-Vertrages aufrechtzuerhalten:

  1. Mindestens 150 durchgeführte Brustoperationen pro Jahr.
  2. Das Brustzentrum muss mindestens 2 erfahrene Operateure (mindestens 50 Operationen im Jahr) nachweisen.
  3. Einbindung von spezifisch qualifizierten Fachärzten und Pflegekräften.
  4. Enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Frauenärzten.
  5. Regelmäßige Fortbildungen zum Thema Brustkrebs für Ärzte und Pflegepersonal.
  6. Interdisziplinäre Fallkonferenzen der an der Behandlung beteiligten Ärzte.
  7. Umfassende mündliche und schriftliche Information der Patientinnen über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
  8. Angebot der Beratung und Behandlung durch Diplompsychologen, Psychiater, Schmerztherapeuten und Physiotherapeuten.
  9. Enge Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen.

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