Neue Arzneimittelverträge ab Juni

(31.05.19) Die Erlöse aus den Arzneimittelrabattverträgen für Generika haben es den AOKs auch im vergangenen Jahr ermöglicht, in innovative regionale Gesundheitsangebote zu investieren. 2018 hat die AOK-Gemeinschaft durch die Verträge mit Pharmaunternehmen 1,79 Milliarden Euro bei den Ausgaben für Medikamente einsparen können. 2017 waren es 1,66 Milliarden.

„Von unseren Arzneimittelrabattverträgen profitieren einerseits mittelständische Pharmaunternehmen und andererseits sind sie die Basis für eine gute regionale Versorgung“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg und Chefverhandler, Dr. Christopher Hermann. „Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft weitergehen können. Doch die Pläne von Bundesgesundheitsminister Spahn für eine erzwungene bundesweite Öffnung aller Krankenkassen könnten vielen erfolgreichen regionalen Versorgungsprojekten einen Strich durch die Rechnung machen.“

Zum 1. Juni treten neue AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Die Tranche XXI ersetzt auslaufende Verträge, beinhaltet aber auch Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, die zum ersten Mal ausgeschrieben wurden. Die neuen Verträge decken ein jährliches Umsatzvolumen bei allen AOKs von rund 2,3 Milliarden Euro ab (Apothekenverkaufspreis). An der neuen Tranche sind 35 erfolgreiche Pharmaunternehmen oder Bietergemeinschaften beteiligt. 20 Fachlose wurden im Mehrpartner-Modell vergeben. Dazu zählen der Magensäurehemmer Omeprazol, der Cholesterinsenker Simvastatin, die Schmerzmittel Diclofenac und Tramadol sowie mehrere Blutdrucksenker.

Die zum 1. Juni 2019 startende Tranche AOK XXI im Überblick:

  • Laufzeit: 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2021.
  • Verträge über 117 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 118 Fachlosen.
  • 20 Fachlose im Mehrpartnermodell vergeben.
  • 35 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften beteiligt.
  • AOK-Umsatzvolumen: 2,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Hintergrund:

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. 2018 haben die gesetzlichen Krankenkassen auf diesem Weg rund 4,4 Milliarden Euro einsparen können. Der Anteil der elf AOKs lag bei 1,79 Milliarden Euro. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge sorgen zudem nachhaltig für Wettbewerb im Bereich der Generika. Die Verträge der AOKs decken zwei Drittel des Generikamarktes ab und umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Mit Inkrafttreten von AOK XXI laufen Verträge für 292 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (in 297 Fachlosen) und acht Gebietslosen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von 5,7 Milliarden Euro (Apothekenverkaufspreis).

Weitere Informationen: