Versorgung von Früh- und Neugeborenen

Erhöhung der Mindestmenge vorerst ausgesetzt

Am 1. Februar 2012 ist der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) in Kraft getreten, der die  Erhöhung der Mindestmenge bei der Behandlung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm bis zu einer Entscheidung des Bundessozialgerichts (BSG) aussetzt. Erst danach will der GBA endgültig darüber entscheiden, ob und in welcher Höhe eine Mindestmenge bei der Versorgung von Frühchen festgelegt bleibt.

Mit seinem Beschluss reagiert der GBA auf das Urteil des Landessozialgericht Berlin-Brandenburg vom Dezember 2011, das die vom GBA beschlossene Erhöhung der Mindestmenge von 14 auf 30 für rechtswidrig und damit nichtig erklärte. Geklagt haben fast 50 Krankenhäuser, die von der Neuregelung betroffen waren.

Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig. Der GBA kündigte eine Berufung vor dem BSG an.

Zum Beschluss des GBA

GBA erhöht Mindestmenge

Der GBA hat 2010 eine Erhöhung der Minsestmenge bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen beschlossen. Ab 1. Januar 2011 sollte die Behandlung von 30 Früh- und Neugeborenen pro Jahr Voraussetzung dafür sein, dass ein Krankenhaus weiterhin die sehr betreuungsintensiven "Frühchen" mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm versorgen darf (Level 1).

Beschluss des GBA zu Mindestmengen bei Füh- und Neugeborenen
vom 18.08.10

Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Ergebnis

Grundlage für den Mindestmengenbeschluss des GBA war der Abschlussbericht des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), in dem der Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Ergebnis bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit sehr geringem Geburtsgewicht darlegt ist.

Abschlussbericht des IQWiG
vom 14.08.08

Abschlussbericht des IQWiG - Kurzfassung
vom 14.08.08

Neugeborenen-Studie

Gibt es einen Volume-Outcome-Zusammenhang bei der Versorgung von Neugeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht in Deutschland?

Neugeborenen-Studie
Analyse mit Routinedaten von Dr. med. Günther Heller, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), vom 30.03.05.

Zu Mindesmengen