Arzneimittelrabattverträge: Wettbewerb geht in die 19. Runde

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(25.07.17) Die AOK-Gemeinschaft hat jetzt im Europäischen Amtsblatt die Ausschreibung der 19. Tranche der bundesweiten Rabattverträge für Generika veröffentlicht. Dabei ergeben sich speziell für die Behandlung von HIV sowie Hepatitis B und C neue Chancen. Die Pharmaunternehmen können ihre Angebote bis zum 30. August abgeben. "AOK XIX" umfasst 119 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen (122 Fachlose). 27 Fachlose werden an bis zu drei Vertragspartner vergeben. Die neuen Verträge sollen von Anfang April 2018 bis Ende März 2020 laufen.

"Mit zehn Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen schreiben wir diesmal eine besonders große Zahl von Produkten zum ersten Mal aus", sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer der bundesweiten Verträge.

Er sieht weiter Potenzial für die erfolgreichen Arzneimittelrabattverträge: "Allein im laufenden Jahr endet in Deutschland für mehr als 30 pharmazeutische Substanzen der Patentschutz. Speziell im Bereich der Antiinfektiva ergeben sich damit Chancen für neue Generika, insbesondere zur Behandlung von HIV sowie Hepatitis B und C."

Zu den besonders umsatzstarken Wirkstoffen der Ausschreibung gehören der Magensäurehemmer Pantoprazol und das fiebersenkende Schmerzmittel Metamizol. Die neue Tranche löst die Verträge der AOK-Tranchen 15 und 16 ab. "Dadurch decken wir mit der aktuellen Ausschreibung ein besonders hohes AOK-Umsatzvolumen von rund 2,1 Milliarden Euro ab", so Christopher Hermann.

2016 haben alle gesetzlichen Krankenkassen durch die Arzneimittelrabattverträge rund 3,85 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. Allein die elf AOKs konnten im vergangenen Jahr 1,6 Milliarden Euro einsparen. "Diese für unsere Versicherten erfreuliche Entwicklung setzt sich auch 2017 fort", betont Hermann. "In den ersten drei Monaten des Jahres haben die Rabattverträge erstmals seit vielen Jahren die Arzneimittelausgaben gegenüber dem Vorjahreszeitraum annähernd konstant gehalten. Die AOK-Gemeinschaft hat im ersten Quartal 0,3 Prozent weniger für Medikamente ausgeben müssen als noch im gleichen Zeitraum 2016."

(Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 25.07.17)

Übersicht über die ausgeschriebenen Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen zum Download

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