Pflegende beklagen hohe Belastung

(26.06.18) Etwa die Hälfte (52 Prozent) der pflegenden Angehörigen haben das Gefühl, dass der zu pflegende Mensch ihre Hilfe nicht zu schätzen weiß. Viele berichten sogar über negative Emotionen und auch über Erfahrungen mit Gewalt. Dies geht aus einer Studie hervor, die das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) veröffentlicht hat. Mit 36 Prozent fühlte sich mehr als ein Drittel der Befragten häufig niedergeschlagen, 29 Prozent gaben an, oft verärgert zu sein.

Laut Studie sagten 45 Prozent der Befragten, mit psychischer Gewalt wie Anschreien, Beleidigen oder Einschüchtern konfrontiert worden zu sein. Weitere elf Prozent berichten über körperliche Übergriffe wie grobes Anfassen, Kratzen oder Schlagen. Pflegende werden aber auch selbst teilweise gewalttätig. 40 Prozent räumten ein solches Verhalten binnen des letzten halben Jahres ein. Mit 32 Prozent dominiert psychische Gewalt, zwölf Prozent gaben körperliche Gewalt an, elf Prozent nannten Vernachlässigung und sechs Prozent berichteten über freiheitsentziehende Maßnahmen.

Fast drei Viertel der rund drei Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland würden zu Hause versorgt, teilt das ZQP mit, davon 1,4 Millionen allein durch Angehörige. Für die Untersuchung wurden rund 1.000 Pflegende im Alter zwischen 40 und 85 Jahren befragt.

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