Deutscher Pflegetag 2018: Pflege bewegt "jeden in Deutschland"

(26.03.18) Die neue Bundesregierung und der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn müssten der Pflegepolitik "höchste Priorität einräumen", sagte der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, zum Auftakt des 5. Deutschen Pflegetages Mitte März in Berlin. Der Pflegerat ist zusammen mit der Schlüterschen Verlagsgesellschaft Veranstalter des dreitägigen Kongresses. Die AOK ist Gründungspartner der Veranstaltung.

Bundesgesundheitsminister Spahn meint, die Pflege werde "eines der ganz großen Themen" der nächsten Jahre. Pflege bewege jeden in Deutschland. Voraussetzung für gute Pflege sei ausreichend Personal. Hier gebe es Engpässe. Wehklagen allein helfe aber nicht weiter. Er wolle bei der Ausbildung und bei einer besseren Bezahlung der Pflegekräfte ansetzen, kündigte Spahn an. Für einen kleinen Überraschungscoup sorgte der CDU-Politiker mit der Ankündigung, den früheren Pflegerats-Präsidenten Andreas Westerfellhaus für das Amt des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung vorzuschlagen.

Sofortprogramm Pflege gegen Fachkräftemangel

Mit ihrem Sofortprogramm Pflege, das 8.000 neue Fachstellen in Pflegeeinrichtungen vorsieht, sowie einer Konzertierten Aktion Pflege habe die neue Große Koalition ein "Maßnahmenpaket" geschnürt, das die Personalausstattung mit Fach- und Betreuungskräften verbessern könnte, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. "Jedoch wisse derzeit niemand, wo die 8.000 neuen Pflegekräfte mal eben herkommen sollen". Schon heute dauere es im Schnitt 167 Tage, um eine Pflegestelle nachzubesetzen.

Dass der Fachkräftemangel vielen Pflegeeinrichtungen zu schaffen macht, zeigen derweil Zahlen aus dem Pflege-Thermometer 2018 des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung in Köln. Insgesamt wurden für die Studie rund 13.500 Einrichtungen der Langzeitpflege angeschrieben – knapp 1.100 Einrichtungen gaben Rückmeldung. 81 Prozent von ihnen beurteilen die Bewerberlage als unzureichend. 84 Prozent haben Schwierigkeiten, offene Stellen zeitnah zu besetzen.

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