Hygiene: Neue OP-Richtlinie des Robert Koch-Instituts

(21.06.18) Das Robert Koch-Institut (RKI) hat nach elf Jahren erstmals die Richtlinie zu Hygiene bei operativen Eingriffen aktualisiert. Neuerungen in den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beziehen sich auf Desinfektionsmaßnahmen, die bauliche Trennung von septischen und aseptischen OP-Bereichen und die Reinigung kontaminierter Flächen. So sollen Chirurgen jetzt zur Desinfektion der Haut vor dem Eingriff dem Desinfektionsmittel ein auf der Haut verbleibendes Antiseptikum zusetzen. Eine weitere wichtige Änderung bezieht sich auf das Händewaschen vor dem Eingriff. Laut KRINKO soll diese nun nicht mehr unmittelbar vor Betreten des OP-Saals erfolgen, sondern mindestens zehn Minuten vor Beginn der chirurgischen Händedesinfektion. Die üblicherweise vor den OP-Sälen platzierten Waschzonen oder -rinnen werden somit bei künftigen Bauvorhaben überflüssig werden. Dafür müssen entsprechende Waschzonen künftig in den unreinen Seiten der Personalschleusen angebracht werden. Das Anlegen der Kopfhaube soll ebenfalls nicht mehr auf der reinen Seite erfolgen, sondern zusammen mit Mund- und Nasenschutz bereits vor Betreten des OP-Saals.

Strikte Trennung von septischen und aseptischen Bereichen überholt

Neuerungen gibt es auch beim Thema Toilettenbenutzung während des Eingriffs: Typischerweise sind sanitäre Anlagen außerhalb des reinen OP-Bereichs angebracht. Wo sie sich aber direkt am Verkehrsflur des OPs befinden, ist künftig eine Benutzung ohne Kleiderwechsel möglich. Zur klaren Abgrenzung septischer von aseptischen OP-Trakten stellt die neue Richtlinie fest, dass es dafür keine wissenschaftliche Evidenz gebe. Ein abgegrenzter septischer Saal wird also nicht mehr gefordert. Zudem empfiehlt die Kommission, bei der Reinigung von Flächen, die mit unbehüllten Viren wie etwa Norovieren kontaminiert sind, ein viruzides Desinfektionsmittel zu verwenden. Gegen sporenbildende Bakterien soll ein sporizides Mittel eingesetzt werden.

Die Richtlinie regelt die bauliche Gestaltung von OP-Einheiten in Krankenhäusern, die Vorbereitung der Patienten, die Einschleusung des Personals, die Versorgung mit Medizinprodukten und die Ausschleusung zu entsorgender Materialien. 

Zu den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention

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