Zu wenige Sachsen tragen einen Organspendeausweis

Organspendeausweis - pl

(03.06.17) Es ist paradox: Obwohl acht von zehn Deutschen angeben, dass sie ihre Organe oder Gewebe im Fall des Hirntods spenden würden, hat nur knapp jeder dritte Bundesbürger seinen Standpunkt auf einem Organspendeausweis festgehalten.

Nach der seit 2012 geltenden Entscheidungslösung ist aber jeder ab dem 16. Geburtstag angehalten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Zustimmung oder Ablehnung zu dokumentieren.

Im vergangenen Jahr hatten 857 Menschen in Deutschland nach ihrem Tod Organe gespendet. Insgesamt 3.708 Organe wurden transplantiert. Damit stagniert die Zahl der Spender und Transplantationen weiter auf niedrigem Niveau: Im Jahr 2011 hatte es noch 1200 Spender und mehr als 4000 Transplantationen gegeben.

Nach wie vor stehen bundesweit mehr als 10.000 schwer kranke Menschen auf Wartelisten für ein dringend benötigtes Spenderorgan. Die meisten brauchen eine neue Niere, gefolgt von Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse. Allein in Sachsen warten derzeit 530 Menschen auf ein neues Organ.

Der bundesweite "Tag der Organspende" am 3. Juni soll dazu beitragen, dass jeder Bürger umfassend informiert ist und eine unabhängige Entscheidung treffen kann – für oder gegen die Organspende. Die AOK unterstützt ihre Versicherten unter anderem mit der "Entscheidungshilfe Organspende" bei ihren Überlegungen.

Auf dem scheckkartengroßen Ausweis kann die Zustimmung zur Organentnahme, aber auch die Ablehnung festgehalten werden. Die Spende darf auf bestimmte Organe und Gewebe eingeschränkt werden. Auch kann eine Person des Vertrauens benannt werden, die über eine mögliche Organspende entscheiden soll. Die Entscheidung wird nicht durch die Gesundheitskasse erfasst oder gespeichert.