Hygieneförderprogramm: Bundesregierung zieht positive Zwischenbilanz

(08.05.17) Das Förderprogramm zur Verbesserung der Krankenhaushygiene zeigt Wirkung: Die Ausstattung der Kliniken mit Hygienepersonal hat sich seit 2014 verbessert, das erklärte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Das Programm wurde 2013 im Rahmen des Gesetzes zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung aufgelegt.

Eine im Dezember 2014 veröffentlichte Analyse habe indes gezeigt, dass es zum derzeitigen Zeitpunkt in allen Ländern zusätzlichen Bedarf an Hygienepersonal gegeben habe: Die Vorgaben der medizinischen Hygiene-Verordnungen der Länder seien in den begutachteten Kliniken nur teilweise erfüllt worden. Bei der Betreuung durch einen Krankenhaushygieniker sei der Personalbedarf zwischen 37,2 und 90 Prozent gedeckt worden. Die Ausstattung mit Hygienefachkräften entsprach zu 3,7 bis 85 Prozent den Vorgaben. Zur Erklärung der durchwachsenen Bilanz zog die Bundesregierung begrenzte Ausbildungskapazitäten und die teilweise langen Ausbildungszeiten heran. Zudem sei das Programm auf den Bereich der Infektiologie ausgeweitet worden, um den höheren Bedarf an qualifizierten Ärzten zu berücksichtigen.

Mehr Hygieniker unter Medizinern und Pflegekräften

Für die Jahre 2013 bis 2015 riefen die Einrichtungen insgesamt rund 131 Millionen Euro ab. Von den 1.956 deutschen Kliniken beschäftigen 2015 insgesamt 104 Häuser einen Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin; 2013 waren es erst 70 (bei 1996 Kliniken). Weitere 922 Häuser verfügten über eine nichtärztliche Hygienefachkraft; damit war die Zahl seit 2013 um 71 gestiegen. Insgesamt waren 156 Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin (2013: 127) sowie 1.844 nichtärztliche Hygienefachkräfte (2013: 1.489) an deutschen Kliniken tätig.

Den Tiefststand bei der Ausstattung mit Hygienepersonal markierte das Jahr 2009. Damals kümmerten sich in den 2084 Kliniken der Republik nur 34 angestellte Fachärzte um das Thema Hygiene und Umweltmedizin.