Extremkostenbericht: Weiter sinkende Belastung durch Kostenausreißer

(27.03.17) Die Fallpauschalen bilden das Leistungsgeschehen an deutschen Kliniken immer besser ab. Die finanzielle Belastung der Krankenhäuser durch sogenannte Kostenausreißer ging 2015 erneut zurück, die daraus folgende Unterdeckung sank auf 0,5 Millionen Euro. Das geht aus dem dritten Extremkostenbericht des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (INeK) hervor. 2014 hatten die Verluste der Häuser durch entsprechende Fälle noch bei 5,3 Millionen Euro gelegen, im Jahr davor sogar bei mehr als 30 Millionen Euro.

Für den aktuellen Bericht wertete das InEK Abrechnungsdaten von 240 Krankenhäusern aus. Bei gleichbleibender Anzahl atypischer Patienten sank die durchschnittliche Kostenunterdeckung gegenüber dem Vorjahr auf drei Euro pro Fall. Unterfinanzierung gehe im Wesentlichen auf sogenannte Langlieger zurück, so das InEK. Durch entsprechende Zuschläge in den DRGs habe sich die Abbildung des entsprechenden Leistungsgeschehens in den Fallpauschalen jedoch erheblich verbessert. Auch bei der Behandlung von Kindern wurden die DRGs erfolgreich angepasst. Gegenüber dem Vorjahr sank die finanzielle Belastung durch Kostenausreißer in der Pädiatrie um 61 Prozent auf vier Millionen Euro. Patientenmerkmale wie Alter oder die Entfernung des Krankenhauses zum Wohnort spielen laut InEK für die durchschnittliche Unterdeckung durch atypische Fälle keine Rolle.

Der Bericht differenziert Kliniken mit unterschiedlichem Versorgungsauftrag und unterscheidet beim Leistungsgeschehen allgemeine und spezielle Versorgungsleistungen. Demnach sind die Unikliniken und Maximalversorger durch Kostenausreißer nach wie vor stärker belastet als die anderen Krankenhäuser, die Unterdeckung trete jedoch vor allem im Bereich der allgemeinen Versorgung auf. Das reale Ausmaß der Extremkosten in diesem Segment sei jedoch nicht feststellbar: Nur 13 Universitätskliniken hatten Daten für die Analyse geliefert, zahlreiche Anfragen zu einzelnen Fällen blieben unbeantwortet. Für die restlichen 227 untersuchten Krankenhäuser stellte das InEK insgesamt sogar eine Kostenüberdeckung fest.

Der Extremkostenbericht wird jedes Jahr im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, des Verbandes der Privaten Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft erstellt. Die Analyse soll Kostenausreißer identifizieren, um die Behandlung insbesondere von Patienten mit komplexen und seltenen Erkrankungen besser in den Fallpauschalen abzubilden.

Zum Extremkostenbericht 2017