Diagnosedaten der Krankenhäuser für 2015 veröffentlicht

(30.11.16) Alkoholmissbrauch war im Jahr 2015 die zweithäufigste Diagnose bei Krankenhausbehandlungen in Deutschland. Häufiger wurde lediglich die Herzinsuffizienz diagnostiziert. Insgesamt gab es 2015 knapp 19,8 Millionen vollstationäre Behandlungsfälle in deutschen Krankenhäusern, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus den aktuellen Daten zu Krankenhausdiagnosen hervor, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht hat.

Hauptdiagnosen: Herzprobleme und Alkohol

Grafik: Häufigste Krankenhausdiagnosen 2015 Grafik KH-Diagnosen 2015 hochauflösend

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Insgesamt gab es 2015 fast 327.000 Behandlungen wegen Alkoholmissbrauchs (Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, F10). Rund drei Viertel dieser Behandlungen betrafen Männer. Auch zahlreiche Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 19 Jahren waren wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus. Die Anzahl der Behandlungsfälle in dieser Altersgruppe lag 2015 bei fast 22.000 – ein leichter Rückgang um 2,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.

Die meisten Patienten wurden wegen Herzinsuffizienz (I50) behandelt. An dritter Stelle kamen Krankenhausbehandlungen wegen Vorhofflimmern (I48).

Diagnosegruppen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen ganz oben

Fasst man die Hauptdiagnosen in größeren Gruppen nach ICD-Kapiteln zusammen, sind Krankheiten des Kreislaufsystems (I00-I99) am häufigsten vertreten. Insgesamt waren 15 Prozent der Patienten dieser Gruppe zuzuordnen. Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98) sowie Krankheiten des Verdauungssystems (K00 bis K93) lagen an zweiter und dritter Stelle.

Bereits im Oktober veröffentlichte das Statistische Bundesamt Zahlen zu Operationen bei vollstationärer Krankenhausbehandlung. Demnach wurde 2015 bei sieben Millionen (38 Prozent) der behandelten Patienten ein operativer Eingriff vorgenommen. Der Anteil an der Gesamtzahl der Behandlungsfälle hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Gut die Hälfte aller Operationen wurde bei Patienten durchgeführt, die 60 Jahre und älter waren.

Aus den aktuellen Krankenhausdaten geht außerdem hervor: Von den 19,8 Millionen vollstationären Krankenhausbehandlungen im Jahr 2015 betrafen 52 Prozent weibliche und 48 Prozent männliche Patienten. Das Durchschnittsalter der Behandelten lag bei 55 Jahren. Für alle Behandlungsfälle betrug die durchschnittliche Verweildauer 7,4 Tage. Damit hat sich die Liegedauer in deutschen Krankenhäusern um 0,9 Prozent gegenüber 2014 reduziert.

Weitere Informationen: Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zu Diagnosedaten in deutschen Krankenhäusern 2015