Investitionsfinanzierung

Der Katalog der Investitionsbewertungsrelationen (IBR) zeigt auf Basis empirisch ermittelter Daten den leistungsbezogenen Investitionsbedarf für die unterschiedlichen Fallpauschalen auf.

Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat zum fünften Mal seinen Bericht zur Entwicklung der aktuellen Investitionsbewertungsrelationen (IBR) veröffentlicht. Demnach liegt der Investitionsbedarf der deutschen Kliniken zum Erhalt des Bestandes 2018 bei sechs Milliarden Euro. Gerade einmal die Hälfte wird derzeit von den Bundesländern gedeckt. 

Der Katalog wird jährlich auf der Grundlage des jeweils aktuellen DRG-Kataloges erstellt. Die IBR beruhen auf den Daten von Krankenhäusern, die ihre Investitionskosten freiwillig berechnet und dem InEK ihre Ergebnisse zur Verfügung gestellt haben. Dabei wird jedem Fall eine sogenannte Investitionsbewertungsrelation zugeordnet. Diese Verhältniswerte stellen den notwendigen Investitionsbedarf eines Krankenhauses dar.

Der Katalog dient dazu, die Investitionsmittel der Bundesländer leistungsbezogen an die Krankenhäuser zu verteilen. Ob er zur Anwendung kommt, liegt in der Entscheidung des jeweiligen Bundeslandes. Bisher werden die Investitionsbewertungsrelationen lediglich in Berlin und Hessen angewendet.

Für das Pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) konnte das Institut die Investitionsbewertungsrelationen für das Jahr 2018 nicht berechnen, da zu wenig Daten zur Verfügung standen.

Investitionsbewertungsrelationen: Instrument zur Mittelverteilung

Mit dem Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) von 2009 hat der Gesetzgeber die Investitionsfinanzierung reformiert. So ist für Plankrankenhäuser eine Förderung in Form von leistungsorientierten Investitionspauschalen seit 2012 möglich. Für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser gibt es eine solche Förderung seit 2014. 

Der pauschalierte Investitionsbedarf wird mithilfe von bundeseinheitlichen Investitionsbewertungsrelationen abgebildet. Die Bundesländer legen den Investitionspreis durch einen landesindividuellen Investitionsfallwert fest. Wie im DRG-System kann sich damit die Förderhöhe für eine Leistung aus dem Investitionsrelativgewicht multipliziert mit dem Investitionspreis ergeben.

Strukturfonds

Der Strukturfonds ist Teil der Klinikreform vom 1. Januar 2016. Er soll dazu beitragen, überflüssige Betten abzubauen und stationäre Leistungen zu konzentrieren. Eine Milliarde Euro stehen zur Verfügung, um Kliniken oder einzelne Abteilungen, die für die Versorgung nicht benötigt werden, zu schließen oder in Gesundheitszentren oder Pflegeheime umzuwandeln. Der Fonds speist sich zur einen Hälfte aus den Liquiditätsreserven des Gesundheitsfonds und zur anderen Hälfte aus den Länderhaushalten. Das Antragsverfahren ist seit September 2017 abgeschlossen.

Krankenhausstrukturfonds-Verordnung (KHSFV)

Hintergrund: Duale Finanzierung der Krankenhäuser

Um die Krankenhäuser wirtschaftlich zu sichern, sieht das Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) von 1972 eine duale Finanzierung vor. Danach übernehmen die Krankenkassen die laufenden Betriebskosten der Krankenhäuser. Für die Investitionen sind die Bundesländer zuständig. Zu den Investitionen zählen unter anderem die Kosten für Baumaßnahmen und die Anschaffung von Großgeräten. Das Fördervolumen bestimmt jedes Land selbst.   Es gibt zwei Arten der Investitionsförderung: die sogenannte Einzelförderung auf Antrag und die Pauschalförderung, die sich in den meisten Fällen auf die Bettenzahl bezieht. Mit den Mitteln der Pauschalförderung kann das Krankenhaus im Rahmen der Zweckbindung frei wirtschaften. Diese Investitionsförderung erhalten Plankrankenhäuser, also Kliniken, die in den Krankenhausplan eines Landes aufgenommen sind. Für die Einzelförderung ist darüber hinaus erforderlich, dass die betreffende Maßnahme im Investitionsprogramm des jeweiligen Landes enthalten ist.