Mögliches DMP Chronischer Rückenschmerz: IQWiG legt Abschlussbericht mit Empfehlungen vor

(15.01.16) Das Institut für Qualität und Wirtschaftlich im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die inhaltlichen Grundlagen für ein mögliches neues Disease-Management-Programm (DMP) zu chronischem Rückenschmerz geschaffen. Eine Recherche über die evidenzbasierten Leitlinien zum Thema hatte bereits im Juli 2015 Empfehlungen zu allen relevanten Aspekten der Behandlung ergeben. Den Abschlussbericht mit Ergebnissen aus dem Stellungnahmeverfahren legte das Institut jetzt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) vor. Für den Bericht konnten insgesamt sechs aktuelle und methodisch hochwertige Leitlinien ausgewertet werden.

Bei der Diagnostik sei demnach besonders auf Faktoren zu achten, die eine Chronifizierung der Schmerzen begünstigen. Die Leitlinien thematisieren eine standardisierte Erfassung der Symptome, die Erhebung psychosozialer Aspekte sowie Bildgebung, Blutuntersuchung und diagnostische Nervenblockaden. Neben Arzneimitteln, invasiven Behandlungsmethoden und Massagen werden auch nichtmedikamentöse Maßnahmen aufgeführt, etwa manuelle Therapie, Bewegung und Physiotherapie, Yoga oder Verhaltenstherapie. 

Autoren raten von Bettruhe ab

Darüber hinaus enthalten die Leitlinien spezifische Empfehlungen für bestimmte Patientengruppen. Auffällig sei laut IQWiG, wie häufig die Autoren von bestimmten Maßnahmen explizit abraten, darunter Therapien wie Massagen oder Bettruhe, die transkutane elektrische Nervenstimulation oder therapeutischer Utraschall.

Für den Bericht wertete das IQWiG sechs aktuelle, methodisch hochwertige Leitlinien zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen aus. Die Recherche ergab weitgehend konsistente Hinweise zu Fragen der Diagnostik, Therapie und Rückfallprophylaxe. Die Leitlinien-Recherche ist fester Bestandteil der Entwicklung eines neuen, strukturierten und sektorenübergreifenden Behandlungsprogramms für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Ob das DMP tatsächlich etabliert wird, entscheidet der GBA. Neben dem Rückenschmerz-DMP prüft das Gremium zurzeit die Einführung von DMP zu rheumatoider Arthritis, zu Herzinsuffizienz und zu Osteoporose.

Zum Abschlussbericht des IQWiG