Sachsen: Weg für Telemedizin ist frei

(11.07.18) Ärzte in Sachsen dürfen Patienten zukünftig per Telefon oder per Videochat behandeln. Dafür stimmten die Delegierten des 28. Sächsischen Ärztetages. Die entsprechende Änderung der ärztlichen Berufsordnung gilt voraussichtlich ab 1. September 2018.

Sachsen ist das zweite Bundesland, in dem eine alleinige Fernbehandlung möglich ist. Bereits seit Mai ist dies in Schleswig-Holstein erlaubt. Damit liegen diese beiden Bundesländer auf einer Linie mit der Entscheidung des Deutschen Ärztetags, das Fernverhandlungsverbot zu lockern.

Allerdings ist diese in der Musterberufsordnung festgehaltene Lockerung nicht bindend. Entscheidend ist für Mediziner jeweils die Berufsordnung ihrer Landesärztekammer.

Rezepte und Krankschreibung per Telemedizin?

Die geänderte Textstelle in der sächsischen Berufsordnung lautet jetzt: "Der Arzt berät und behandelt den Patienten im persönlichen Kontakt. Er kann dabei Kommunikationsmedien unterstützend einsetzen. Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Aufklärung, Beratung und Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird."

Sobald die neue Berufsordnung in Kraft getreten ist, dürfen sächsische Ärzte in eigener Verantwortung ihre Patienten per Telefon oder Videochat behandeln. Der Fernbehandlung sind jedoch Grenzen gesetzt, wenn ein Mediziner seiner ärztlichen Sorgfaltspflicht am Telefon oder Computer nicht nachkommen kann. Dann muss der Patient weiterhin persönlich in die Praxis kommen.

Einschränkend gilt: Bei der Fernbehandlung dürfen aufgrund gesetzlicher Regelungen weder Rezepte noch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt werden. Zudem sollte der Arzt seine Fernbehandlungen dokumentieren, da er damit rechnen muss, dass die Patienten nicht alle Daten oder Informationen offen legen. Der sächsischen Ärztekammer zufolge gilt bei einer Fehlbehandlung das Haftungsrecht. Deshalb sei eine gute Dokumentation für den Arzt eine wichtige Voraussetzung.

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