Brustkrebs: Früherkennung mit hoher Trefferquote

Foto: Patientin bei der Mammografie

(03.08.16) Jede zweite Gewebeprobe, die 2013 im Rahmen des deutschen Mammografie-Screenings durchgeführt wurde, bestätigte einen Verdacht auf Brustkrebs. Insgesamt erhielten von knapp 130.000 Frauen, die im Rahmen der Früherkennung wegen Auffälligkeiten zur Abklärung gebeten wurden, etwa 17.000 die Diagnose Brustkrebs. Diese Zahlen veröffentlichte die Kooperationsgemeinschaft Mammografie in ihrem aktuellen Jahresbericht. Damit bestätigt die Evaluation des Jahres 2013 dem deutschen Programm eine hohe diagnostische Qualität. 

EU-Zielwerte übertroffen

Insgesamt folgten 2,9 Millionen Frauen der Einladung zur Vorsorge-Untersuchung und damit 57 Prozent der Zielgruppe. Entdeckt wurden 3.549 nicht-invasive Karzinome, die als Vorstufen von Brustkrebs betrachtet werden. Zusätzlich förderte das Programm 13.537 Erkrankungen zutage, bei denen der Krebs bereits in benachbarte Zellen eingedrungen war. Mindestens die Hälfte dieser Karzinome soll den EU-Vorgaben zufolge kleiner als 15 Millimeter sein - das deutsche Mammografie-Screening erreichte hierbei 59 Prozent. Für den Anteil entdeckter Karzinome ohne Befall von Lymphknoten, der 2013 bei 78 Prozent lag, sieht die EU-Vorgabe mindestens 75 Prozent vor. Auch beim Anteil prognostisch ungünstiger Erkrankungen unterschreitet das deutsche Programm mit 21 Prozent den Referenzwert der EU von 25 Prozent. Damit hat das deutsche Mammmografie-Screening im Berichtsjahr alle Zielwerte der entsprechenden EU-Leitlinie übertroffen.

Sechs Promille aller Teilnehmerinnen haben Krebs

"Die Ergebnisse bestätigen umfänglich die hohe Qualität und Effektivität des Programms bei möglichst geringer Belastung der hauptsächlich gesunden untersuchten Frauen", so der Bericht. Knapp 97 Prozent der im Rahmen des Mammografie-Screenings untersuchten Frauen waren 2013 ohne Befund, 3,1 Prozent wurden ein zweites Mal einbestellt. Auch die Stabilität der Wiedereinbestellungsrate gegenüber den Vorjahren dokumentiere die Sicherheit der Befundung, so die Kooperationsgemeinschaft. 17.430 untersuchte Frauen erhielten 2013 die Diagnose Brustkrebs, das sind im Bundesdurchschnitt sechs von 1.000 Patientinnen.

Seit 2009 werden alle in Deutschland lebenden Frauen ab 50 Jahren zweijährlich zur Früherkennungs-Untersuchung eingeladen. Insgesamt erkranken bundesweit jedes Jahr 70.000 Frauen an Brustkrebs. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) überarbeitete vor Kurzem  das Einladungsschreiben und das Merkblatt, das als Entscheidungshilfe insbesondere auf Fragen zur sogenannten Überdiagnose eingeht.