Startschuss für den Facharzt-Terminservice

(25.01.16) Am heutigen Montag nimmt der Vermittlungsservice für Facharzttermine der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) seine Arbeit auf. Gesetzlich Versicherte erhalten nun innerhalb von maximal vier Wochen einen Termin beim Facharzt. Das Angebot gehört zum Pflichtenkatalog des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG), das den KVen die Einrichtung eines entsprechenden Dienstes binnen sechs Monaten auferlegte: Innerhalb von einer Woche nach der Kontaktaufnahme muss die Servicestelle dem Versicherten nun einen Termin beim Facharzt nennen, der vom Zeitpunkt der Anfrage an nicht mehr als vier Wochen in der Zukunft liegt. Die Vermittlung soll den monatelangen Wartezeiten bei der fachärztlichen Behandlung ein Ende bereiten.

Das Angebot bleibt indes auf mehr oder weniger dringende Fälle beschränkt. Für Untersuchungen zur Früherkennung, für Verlaufskontrollen ohne akute Beschwerden und Untersuchungen zur körperlichen oder psychischen Leistungsfähigkeit gelten auch weiterhin längere Wartezeiten als tolerabel. Welche Patienten den Vermittlungsdienst der KV in Anspruch nehmen können, entscheidet der überweisende beziehungsweise der Hausarzt. Nur bei akuten Erkrankungen müssen die Servicestellen Termine bei Augen- oder Frauenärzten auch ohne Überweisung vermitteln.

Krankenhäuser werden einbezogen

Auf dem Weg zu allgemeinen Fachärzten - hierzu zählen Haut-, Frauen- oder Augenärzte - müssen Patienten dabei eine Anfahrtszeit von bis zu 30 Minuten akzeptieren; gerechnet wird vom Standort der nächstgelegenen Facharztpraxis. "Die Menschen müssen wissen, dass sie nicht etwa einen Termin bei ihrem Wunscharzt bekommen, sondern bei einem der in Frage kommenden Fachärzte", betont Martin Litsch, Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes. Für spezialisierte Fachrichtungen, etwa Radiologie, gilt eine volle Stunde als zumutbar. Sollte ein Termin binnen vier Wochen dennoch nicht zustande kommen, kann die KV eine ambulante Behandlung in umliegenden Krankenhäusern anbieten. Nicht vermittelt werden Termine bei Zahnärzten, Kieferorthopäden und Psychotherapeuten. Auch Haus-, Kinder- und Jugendärzte sowie Psychotherapeuten sind von dem Service ausgenommen, sofern sie keinen fachärztlichen Schwerpunkt haben.

Viele Krankenkassen und auch einige KVen unterstützen ihre Patienten auch bisher schon bei der Facharztsuche. Das Angebot könne aber "eine gute Ergänzung" bilden, so Martin Litsch.

Zur Vereinbarung von GKV und KBV über die Errichtung von Terminservicestellen und die Vermittlung von Facharztterminen