Durchschnittliche Zusatzbeiträge gesunken

Grafik: Ausgaben in verschiedenen GKV-Leistungsbereichen (Q1/2015) GKV-Finanzergebnis - QI-2015_m

(06.07.15) Die Quartalsergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) weisen zum fünften Mal in Folge ein Defizit auf. Innerhalb der ersten drei Monate des Jahres 2015 gaben die GKV etwa 170 Millionen Euro mehr aus, als sie einnahmen: Den Gesamtausgaben von 53,25 Milliarden Euro standen Einnahmen in Höhe von 53,08 Euro gegenüber, das teilte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit. Die Finanzreserven der GKV sind damit auf 25,3 Milliarden Euro geschrumpft. Den Effekt schreibt das BMG vor allem dem niedrigen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 0,83 Prozent zu: 2014 hatte der gesetzlich festgelegte Sonderbeitrag für Arbeitnehmer noch bei 0,9 Prozent gelegen. Dabei sind die Leistungsausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 4,5 Prozent gestiegen. Die höchsten Pro-Kopf-Zuwächse verzeichneten die Kassen bei Schutzimpfungen (plus 12,6 Prozent), im Bereich Behandlungspflege/ Häusliche Krankenpflege (plus 11,6 Prozent) und beim Krankengeld (plus 8,2 Prozent).

  • Nach einem starken Anstieg der Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel im Jahr 2014 (9,4 Prozent) sind diese Kosten im ersten Quartal 2015 nur um fünf Prozent je Versichertem gestiegen. Auffällig bleiben hohen Ausgaben für neu zugelassene Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C. Um 770 Millionen Euro entlastet wurden die Krankenkassen dagegen durch Rabattvereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmern.
  • Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen stiegen im ersten Quartal 2015 je Versicherten um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal 2014 hatte die Pro-Kopf-Steigerungsrate noch bei 5,1 Prozent gelegen.
  • Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen liegen noch nicht vor. Schätzungsweise stiegen die Pro-Kopf-Ausgaben im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung um rund vier Prozent. Bei den Ausgaben für zahnärztliche Behandlung und Zahnersatz betrug der Anstieg zirka 3,5 bzw. 0,7 Prozent.
  • Beim Krankengeld verzeichnete die GKV in den vergangenen Jahren teilweise zweistellige Zuwächse – das Plus von 8,2 Prozent lässt auch im ersten Quartal 2015 keine Trendwende erkennen. 2014 lagen die Krankengeldausgaben der GKV bei 10,6 Milliarden Euro.
  • Die Ausgaben für Präventionsleistungen nach Paragraf 20 ff. SGB V sind im ersten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent gestiegen. Sie verteilen sich auf Leistungen zur primären Prävention nach dem Individualansatz (plus 1,8 Prozent), betriebliche Gesundheitsförderung (plus 14,8 Prozent) und für die Prävention in nichtbetrieblichen Lebenswelten (plus 19,4 Prozent).

Der Gesundheitsfonds verzeichnet im ersten Quartal 2015 ein Minus von 2,68 Milliarden Euro. Die saisonübliche Finanzlage werde sich laut Ministerium im Jahresverlauf durch beitragspflichtige Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld deutlich verbessern.

Zur Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums

GKV-Ausgaben in verschiedenen Leistungsbereichen (1. Quartal 2015)
(Grafik in druckfähiger Auflösung)