Neue Begutachtungs-Richtlinie für Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen

Gesetzlich Krankenversicherte haben einen Anspruch auf medizinische Rehabilitations- und Vorsorgeleistungen. Das gilt auch für Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen. Die Voraussetzungen für die Bewilligung solcher Maßnahmen sowie Inhalte und Ziele dieser Leistungen sind in der Begutachtungs-Richtlinie festgeschrieben. Um die Bewilligungspraxis zu vereinheitlichen und an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassen, haben der GKV-Spitzenverband, das Müttergenesungswerk (MGW) und der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) die Begutachtungs-Richtlinie überarbeitet.

So sind in der aktuellen Fassung besondere Belastungen von Müttern und Vätern konkret beschrieben, die häufig gesundheitliche Störungen hervorrufen können. Dazu gehören beispielsweise ständiger Zeitdruck sowie Probleme in der Ehe oder Partnerschaft. Auf diese Weise können solche Belastungen bei der Bewilligung von Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen besser berücksichtigt werden. Aber auch einzelne Gesundheitsstörungen, die ein hohes Krankheitsrisiko bedingen, wie zum Beispiel das Erschöpfungssyndrom, Unruhe- und Angstgefühle, Schlafstörungen und Mehrfachbelastungen durch Beruf und Familie, werden nun ausdrücklich zur Begutachtung herangezogen.

Darüber hinaus wird in der neuen Richtlinie klargestellt, dass der Grundsatz "ambulant vor stationär" bei diesen Maßnahmen nicht gilt und dass Rentenversicherungsträger keine Mutter-/Vater-Kind-Leistungen erbringen.

Um den Begutachtungsablauf zu veranschaulichen, haben der GKV-Spitzenverband, das MGW und der BDPK gleichzeitig einheitliche Umsetzungsempfehlungen für den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) erarbeitet. Der MDK prüft im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen, ob für die beantragten Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen eine Indikation vorliegt.

Begutachtungsrichtlinie Vorsorge und Rehabilitation
Oktober 2005 mit Aktualisierungen Februar 2012

Umsetzungsempfehlungen
Stand Februar 2012