Versorgung von Früh- und Neugeborenen

 

Aktuelle Regelungen

Rund 9.000 Kinder mit einem Gewicht von weniger als 1.500 Gramm kommen jedes Jahr in Deutschland zur Welt. Bei der Versorgung von den sogenannten Frühchen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) jetzt die Struktur- und Prozessqualität neu geregelt. Die neue Richtlinie für die Versorgung Früh- und Reifgeborener schreibt eine differenzierte Zuweisung je nach zu erwartendem Risiko in eine von künftig vier Versorgungsstufen vor. Die neuen Regelungen gelten ab Januar 2014.

Laut GBA-Beschluss soll ab 2017 bei intensivtherapiepflichtigen Frühgeborenen eine Pflegekraft ein Frühchen betreuen. Auch müssen die Krankenhäuser den Medizinischen Diensten der Krankenkassen nachweisen, dass sie die Anforderungen an ihre jeweilige Versorgungsstufe erfüllen.

Müssen Frühchen auf einer Intensivstation nur rund um die Uhr überwacht werden, soll ab 2017 eine Pflegekraft höchstens zwei Kinder betreuen. In der Übergangzeit bis 2017 könnten die Kliniken von diesem Schlüssel abweichen, müssten dies aber gegenüber dem GBA begründen. 

Zur GBA-Richtlinie

Mehr Transparenz über die Versorgung von Frühgeborene

Die rund 320 Perinatalzentren in Deutschland sollen künftig Daten über die Qualität der Versorgung von Frühgeborenen in ihren Einrichtungen auf einer gemeinsamen Plattform im Internet veröffentlichen. Die Plattform ist seit Februar 2014 für die Öffentlichkeit freigeschaltet, die Teilnahme der Perinatalzentren ist allerdings zunächst freiwillig.  

Erhöhung der Mindestmenge vorerst ausgesetzt

Am 1. Februar 2012 ist der Beschluss des GBA in Kraft getreten, der die  Erhöhung der Mindestmenge bei der Behandlung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm bis zu einer Entscheidung des Bundessozialgerichts (BSG) aussetzt. Erst danach will der GBA endgültig darüber entscheiden, ob und in welcher Höhe eine Mindestmenge bei der Versorgung von Frühchen festgelegt bleibt.

Mit seinem Beschluss reagiert der GBA auf das Urteil des Landessozialgericht Berlin-Brandenburg vom Dezember 2011, das die vom GBA beschlossene Erhöhung der Mindestmenge von 14 auf 30 für rechtswidrig und damit nichtig erklärte. Geklagt haben fast 50 Krankenhäuser, die von der Neuregelung betroffen waren.

Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig. Der GBA kündigte eine Berufung vor dem BSG an.

Zum Beschluss des GBA

GBA erhöht Mindestmenge

Der GBA hat 2010 eine Erhöhung der Minsestmenge bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen beschlossen. Ab 1. Januar 2011 sollte die Behandlung von 30 Früh- und Neugeborenen pro Jahr Voraussetzung dafür sein, dass ein Krankenhaus weiterhin die sehr betreuungsintensiven Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm versorgen darf (Level 1).

Beschluss des GBA zu Mindestmengen bei Füh- und Neugeborenen
vom 18.08.10

Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Ergebnis

Grundlage für den Mindestmengenbeschluss des GBA war der Abschlussbericht des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), in dem der Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Ergebnis bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit sehr geringem Geburtsgewicht darlegt ist.

Abschlussbericht des IQWiG
vom 14.08.08

Abschlussbericht des IQWiG - Kurzfassung
vom 14.08.08

Neugeborenen-Studie

Gibt es einen Volume-Outcome-Zusammenhang bei der Versorgung von Neugeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht in Deutschland?

Neugeborenen-Studie
Analyse mit Routinedaten von Dr. med. Günther Heller
Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), vom 30.03.05

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