Heilmittel-Richtlinie

In der Heilmittel-Richtlinie sind alle Heilmittel verzeichnet, die die Vertragsärzte zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen können. Die Entscheidung, welche Heilmittel in die Richtlinie aufgenommen werden, trifft der Gemeinsame Bundesausschuss nach eingehender Prüfung. Heilmittel, die nicht dieser Richtlinie entsprechen, können grundsätzlich nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden.

Zum 1. Juli 2011 wurde die Heilmittel-Richtlinie aktualisiert. Die Aktualisierung stellt unter anderem klar, dass eine Behandlung von ganztägig untergebrachten behinderten Kindern unter bestimmten Umständen auch in der Tageseinrichtung möglich ist, ohne das dafür extra ein Hausbesuch verordnet wird. Schwerstbehinderte Patienten mit dauerhaft gleichbleibenden Behandlungsbedarf können sich die benötigten Maßnahmen langfristig von ihrer Krankenkasse genehmigen lassen.

Heilmittel-Richtlinie
in der Fassung vom 20. Januar 2011/ mit Änderung vom 19. Mai 2011,
veröffentlicht im Bundesanzeiger 2011; Nr. 96 (S. 2247)
in Kraft getreten am 1. Juli 2011;
mit Anlage Nicht verordnungsfähige Heilmittel

Heilmittel-Katalog
Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen (zweiter Teil der Heilmittel-Richtlinien)

Langfristige Heilmittelverordnungen

Ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses regelt die Genehmigungsvoraussetzungen für eine langfristige Heilmittelverordnung. Es gibt eine Liste mit Diagnosen (ICD-10-Codes), welche in Verbindung mit den passenden Indikationsschlüsseln, unter bestimmten Voraussetzungen eine "automatische" Genehmigung der erforderlichen Heilmittel nach sich zieht.

Informationen zum Genehmigungsverfahren, zu den notwendigen Nachweisen und die Liste der Diagnosen können dem Merkblatt des GBA entnommen werden.

Beschluss des GBA vom November 2013 über ein Merkblatt "Genehmigung langfristiger Heilbehandlungen nach 3 32 Abs. 1a SGB V in Verbindung mit § 8 Abs. 5 Heilmittel-Richtlinie"


Die AOK Rheinland/Hamburg hat auf das Genehmigungsverfahren der Verordnungen außerhalb des Regelfalls (§ 8 Abs. 4 Heilmittel-Richtlinie - HMRL) verzichtet. Demnach ist auch für Verordnungen mit einem langfristigen Behandlungsbedarf im Sinne des § 32 Abs. 1 a SGB V in Verbindung mit § 8 Abs. 5 HMRL und der Anlage 2 (Diagnose und Indikationsschlüssel) der o. g. Vereinbarung kein Genehmigungsverfahren durchzuführen.

Die Berufsverbände der Heilmittelleistungserbringer wurden hierzu durch Schreiben vom 22.01.13 entsprechend informiert.

Anschreiben der AOK Rheinland/Hamburg

Versicherte können auch Anträge auf Genehmigung des langfristigen Heilmittelbedarfs für Diagnosen stellen, die nicht in der Liste aufgeführt sind. Eine Genehmigung kommt dann in Betracht, wenn Schwere und Dauerhaftigkeit der Schädigungen mit den in der Liste aufgeführten Erkrankungen vergleichbar sind.

Die Heilmittelverordnungen die auf Genehmigungen nach § 32 Abs. 1 a SGB V beruhen, unterliegen  nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Weitere Informationen

Beschlussbegründung des GBA vom 19. Mai 2011: Klarstellung des Geltungsbereichs; Verordnung von Massagetherapie außerhalb des Regelfalls
Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung des Beschlusses über die Neufassung der Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel-Richtlinie / HeilM-RL) vom 20. Januar 2011

Beschlussbegründung des GBA vom 20. Januar 2011: Formale und inhaltliche Überarbeitung
Tragende Gründe zum Beschlussentwurf des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Neufassung der Heilmittel-Richtlinie