Heilmittel-Richtlinie

Die Heilmittel-Richtlinie regelt die Verordnung von Heilmitteln im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die jüngsten Änderungen der Heilmittel-Richtlinie betrafen vor allem den langfristigen Heilmittelbedarf (Neufassung des Paragrafen 8a) und die Verordnung von Heilmitteln im Rahmen des Entlassmanagements durch Krankenhäuser (Neufassung des Paragrafen 16a). Damit können nun nicht mehr nur Vertrags-, sondern in begrenztem Umfang auch Klinikärzte Heilmittel verordnen.

  • Langfristiger Heilmittelbedarf

    Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat eine Liste von Diagnosen (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie) beschlossen, die künftig kassenübergreifend als eindeutige Indikation für einen langfristigen Heilmittelbedarf gelten. Ein Antrags- und Genehmigungsverfahren findet für diese Diagnosen nicht statt. Versicherte, auf die keine der genannten Diagnosen zutrifft, können bei ihrer Krankenkasse auch weiterhin eine langfristige Genehmigung beantragen. Die Genehmigung ist möglich, wenn die Schwere und Dauerhaftigkeit der Schädigungen mit den in der Liste aufgeführten Erkrankungen vergleichbar sind. Verordnungen mit Bezug auf einen langfristigen Heilmittelbedarf bleiben auch weiterhin von der Wirtschaftlichkeitsprüfung ausgeschlossen. Der Heilmittelbedarf des Patienten muss alle zwölf Wochen vom verordnenden Arzt überprüft werden; ist dieser gegeben, wird eine neue Verordnung ausstellt.
  • Verordnung von Heilmitteln durch Klinikärzte

    Während die Verordnung von Heilmitteln lange ausschließlich Vertragsärzten vorbehalten war, können künftig auch Ärzte, die in Krankenhäusern beschäftigt sind, Heilmittel verordnen, wenn dies unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erforderlich ist. Die Verordnung muss im Rahmen des Entlassmanagements erfolgen, und das Datum der Entlassung muss angegeben werden. Die Verordnung von Heilmitteln ist beschränkt auf einen Bedarf von bis zu sieben Tagen. Die Behandlung muss innerhalb von sieben Tagen aufgenommen und innerhalb von zwölf Tagen abgeschlossen sein. Die Regelung wird wirksam, wenn die diesbezügliche Vereinbarung zum Entlassmanagement zwischen Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband verabschiedet ist.

Die Richtlinie definiert  die Grundlagen der Versorgung mit Heilmitteln für Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung. Sie ist sowohl für die Vertragsärzte, die Krankenkassen, Leistungserbringer als auch für Versicherte verbindlich. Ein (zweiter) Teil der Richtlinie enthält den Katalog verordnungsfähiger Heilmittel samt ihrer Zuordnung zu Indikationen. Die Entscheidung über die Aufnahme von Heilmitteln in den Katalog liegt beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA).

Heilmittel-Richtlinie vom 17.12.15
in der Fassung vom 20. Januar 2011 mit Änderungen vom 17. Dezember 2015, in Kraft seit 4. August 2016; mit Anlage: "Nicht verordnungsfähige Heilmittel"

Heilmittel-Katalog
Zuordnung der Heilmittel zu Indikationen (zweiter Teil der Heilmittel-Richtlinie)