GBA begrenzt Verordnungsfähigkeit von Blutzucker-Teststreifen

Typ-2-Diabetiker, die nicht insulinpflichtig sind, bekommen nur noch dann Teststreifen zum Selbstmessen des Blutzuckers auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen, wenn eine instabile Stoffwechsellage vorliegt. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am 17. März 2011 entschieden. Patienten, die Insulin spritzen, sind von der Regelung nicht betroffen, unabhängig davon, ob sie an einem Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 leiden.

Seinen Beschluss hat der GBA aufgrund einer Nutzenbewertung der Blutzucker-Selbstmessung getroffen, die das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorgenommen hat. Demnach hätten die nicht insulinpflichtigen Patienten, die Medikamenten gegen Diabetes einnehmen, keine Vorteile von einer Selbstmessung, weil sich daraus keinerlei direkte Konsequenzen auf die Therapie ergeben. Denn eine Anpassung der Tablettendosis nehme, wenn erforderlich, der behandelnde Arzt vor. Die Selbstmessung habe, so das Ergebnis der Bewertung der wissenschaftlichen Literatur durch das IQWiG, für diese Patienten keinen Nutzen hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung.

Diabetespatienten ohne Insulintherapie können pro Behandlungsfall bis zu 50 Teststreifen verordnet bekommen, wenn eine instabile Stoffwechsellage vorliegt, zum Beispiel aufgrund der Neueinstellung auf eine Diabetestablette, die zur Unterzuckerung führen kann oder einer Umstallung der Therapiedosis. Da in diesen Fällen relevante Blutzuckerschwankungen auftreten können, so der GBA, seien vorübergehend häufigere Kontrollen des Blutzuckerspiegels sinnvoll.

Quelle: Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 17.02.11