Maßnahmen zur Sturzprophylaxe: Vorbeugen ist besser

Sturz Index4 Praevention G

Es liegen verschiedene deutsche und internationale Leitlinien und Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften vor sowie ein Nationaler Expertenstandard für die Pflege. Diese unterscheiden sich teilweise in ihren Empfehlungen zur Sturzprävention und sturzbedingten Verletzungen. Einigen Maßnahmen wird jedoch bei allen Untersuchungen besondere Bedeutung zugemessen.

Was können Pflegekräfte dazu beitragen, dass Heimbewohner sicher mobil sind? Tipps zur Umsetzung der Sturzprophylaxe und einen Muster-Risikoerfassungsbogen zum Herunterladen bietet Ihnen das Pflegeportal auf vigo PraxisService.

Sichere Gestaltung der Umgebung

Genauso bedeutsam wie körperliche Fitness ist ein zweckmäßiges Wohnumfeld im Pflegeheim. Dazu müssen umgebungsbedingte Sturzgefahren beseitigt und/oder kennzeichnet sein:

  • für geeignete Beleuchtungsverhältnisse sorgen (Blendeffekte vermeiden, Lichtschalter gut erreichbar anbringen)
  • Hindernisse und Stolperfallen beseitigen (zum Beispiel Teppiche, Netzkabel, Möbel, Türschwellen, Warnschilder beim Wischen benutzen, auf glänzende Böden verzichten)
  • Haltegriffe in Bad, Toilette und Flur anbringen
  • Stühle, (Pflege-)Betten, Rollstühle der Körpergröße anpassen

Förderung des sicheren Verhaltens

Vermeidung von Hektik trägt zur Erhöhung der Sicherheit ebenso bei wie das Tragen von festem Schuhwerk. Nachts kommen rutschhemmende Socken zum Einsatz. Auch der richtige Umgang mit Hilfsmitteln (Rollator, Gehstock) kann die Unfallgefahr verringern. Wichtig ist dabei, dass in regelmäßigen Abständen deren Funktion (Bremsen, Gumminoppen) überprüft wird.

Prüfung der Sehleistung

Eine Einschränkung der Sehleistung gilt als Risikofaktor für Stürze und sturzbedingte Verletzungen. Die Überprüfung und die Korrektur durch den Augenarzt werden deshalb empfohlen.

Prüfung und Anpassung von Medikamenten, die einen Sturz begünstigen

Bei Stürzen von älteren Menschen sind besonders häufig Medikamente im Spiel. Das höchste Sturzrisiko haben Senioren, die Antidepressiva einnehmen, gefolgt von Beruhigungs- und Schlafmitteln.

Hüftprotektoren

Protektoren können keine Stürze vermeiden. Doch sie können die Sturzfolgen mindern und dabei einen gewissen Schutz vor der gefürchteten Schenkelhalsfraktur bieten. Die Wirksamkeit von Hüftprotektoren wurde in zahlreichen Studien belegt. Bei der Wahl des Protektors sollte darauf geachtet werden, dass das An- und Ausziehen der Unterkleidung bei Toilettengängen nicht erschwert wird. Dies kann besonders bei Inkontinenzproblemen ein entscheidendes Kriterium für die Akzeptanz des Protektors sein.

Mobilisierung und Bewegung

Eine aktive Lebensweise und regelmäßige Bewegung allein oder in der Gruppe kann den Verlust von Muskulatur und damit das Sturzrisiko auch im hohen Alter aufhalten und sogar umkehren. Besonders bewährt hat sich ein gezieltes Kraft-Balance-Training.