Sturzprophylaxe: Sicher und mobil bleiben

Jeder stürzt gelegentlich und mit etwas Glück passiert nicht viel. Je älter wir jedoch werden, desto eher kann man stolpern und sich nicht mehr so gut abfangen wie junge Menschen. Dadurch nimmt die Sturzhäufigkeit im Alter zu.

Stürze sind die Hauptursache für Verletzungen bei Senioren. Die Folgen sind gravierend: Sie können Aufenthalte im Krankenhaus nach sich ziehen. Und: Wer sich bei einem Sturz schon einmal verletzt hat, reagiert häufig mit Angst vor bestimmten Situationen. Ein solches Verhalten kann wiederum den Alterungsprozess, das eigene Selbstvertrauen und die Selbständigkeit negativ beeinflussen.

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Das Risiko zu stürzen wird von vielen Faktoren bestimmt. Dabei spielen nicht nur das Wohnumfeld sowie die Einnahme von Medikamenten eine Rolle, sondern vor allen Dingen die Konstitution und die häufig stark eingeschränkte Motorik der Senioren.

Es gibt eine Vielzahl von konkreten Maßnahmen zur Sturzprophylaxe, die zu weniger Stürzen führen können. Als besonders wirksam erweisen sich in der Praxis die regelmäßige Teilnahme an einem Kraft-Balance-Training, die Anpassung von Medikamenten sowie das Tragen von Hüftprotektoren. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Maßnahmen, die allein auf eine Information und Beratung von sturzgefährdeten Personen und deren Angehörigen abzielen oder Maßnahmen, die isoliert angewandt werden, wenig bewirken können.

Landesiniative in Nordrhein-Westfalen

Um die Sicherheit, Mobilität und Selbstständigkeit von älteren Menschen zu fördern, haben sich alle relevanten Träger der gesundheitlichen und sozialen Versorgung in Nordrhein-Westfalen - darunter auch die AOK Rheinland/Hamburg - zur Landesinitiative "Sturzprävention bei Seniorinnen und Senioren" zusammengeschlossen. Dazu gibt es auch einen Film. Der Schwerpunkt liegt auf der Sturzprophylaxe in stationären Einrichtungen. Am Beispiel einer Bewohnerin wird verdeutlicht, an wie vielen Stellen im Alltag einer Pflegeeinrichtung das Thema Sturzprävention eine Rolle spielt.

Alten- und Pflegeeinrichtungen, die nach dem allgemein anerkannten "nationalen Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege" arbeiten und sich dies auf freiwilliger Basis von unabhängigen Experten bestätigen lassen, wird ermöglicht, den Landesbutton "Sturzpräventive Einrichtung NRW" zu erwerben. Mit diesem Gütesiegel können sie für ihre qualitätsgesicherten Aktivitäten zur Sturzvorbeugung werben.

Schulungsprogramm der AOK

Die AOK Rheinland/Hamburg begleitet diese Initiative mit einem Schulungsprogramm "Sicher und mobil bleiben" zur Sturzprophylaxe. Das Angebot richtet sich an Beschäftigte in Pflegeheimen und bereitet sie auf die selbstständige Durchführung von Kraft-Balance-Trainings in ihrer Einrichtung vor.
Das Malteser Seniorenheim Marienheim hat damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Pflegedienstleitung und Trainerinnen berichten. vigo PraxisService hat außerdem einige Literaturtipps für Sie zusammengestellt.