Methodenbewertung
Der Unterausschuss Methodenbewertung des GBA überprüft regelmäßig Untersuchungs- und Behandlungsmethoden daraufhin, ob sie für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse erforderlich sind. Ergibt die Überprüfung, dass die Methode diesen Kriterien nicht entspricht, regelt der GBA über die Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung den Ausschluss dieser Leistung aus der Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Somit darf diese Leistung nicht mehr zu Lasten der GKV erbracht werden (§ 137c SGB V).
In den Anlagen I und Anlage II der Richtlinie werden die Untersuchungs- und Behandlungsmethoden aufgeführt deren zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten nach Prüfung des GBA als erforderlich angesehen wurden, sowie Methoden, deren Bewertungsverfahren ausgesetzt sind. Zu letzteren Methoden wartet der GBA weitere Forschungsergebnisse ab, um diese abschließend beurteilen zu können.
In der Übersicht sind alle aus der GKV-Versorgung ausgeschlossenen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gelistet.
1. Autologe Chondrozytenimplantation (ACI)
- ACI am Fingergelenk
In Kraft: 14.03.03 - ACI am Schultergelenk
In Kraft: 14.03.03 - ACI am Großzehengrundgelenk
In Kraft: 14.01.10 - ACI am Sprunggelenk
In Kraft: 21.05.10
2. Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)
- HBO bei Myokardinfarkt
In Kraft: 05.03.06 - HBO bei Erstmanifestation eines Neuroblastoms im Stadium IV
In Kraft: 24.12.03 - HBO beim Weitwinkelglaukom
In Kraft: 09.09.04 - HBO beim Morbus Perthes
In Kraft: 09.09.04 - HBO beim Schädelhirntrauma
In Kraft: 24.03.05 - Hyperbare Sauerstofftherapie beim diabetischen Fußsyndrom als alleinige Therapie oder in Kombination
Unberührt von diesem Ausschluss bleibt die adjuvante Anwendung der hyperbaren Sauerstofftherapie bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom im Stadium Wagner ≥ III ohne angemessene Heilungstendenz nach Ausschöpfung der Standardtherapie.
In Kraft: 13.11.08 - HBO bei Brandwunden
In Kraft: 16.12.09 - HBO bei idiopathischer Femurkopfnekrose des Erwachsenen
In Kraft: 16.12.09
3 Protonentherapie
- Protonentherapie bei Hirnmetastasen
In Kraft: 24.12.03 - Protonentherapie bei Oropharynxtumoren
In Kraft: 24.12.03 - Protonentherapie bei Uveamelanom, welches für eine Brachytherapie mit 125Jod- oder 106Ruthenium-Applikation geeignet ist
In Kraft: 24.12.03 - Protonentherapie beim Rektumkarzinom
Unberührt von diesem Ausschluss bleiben Patienten mit Lokalrezidiv eines Rektumkarzinoms, einem Nachweis von hämatogenen Metastasen oder fortgeschrittener Erkrankung und unbeherrschbarer Symptomatik aufgrund des Lokalrezidivs bei Feststellung durch eine krankenhausinterne Fallkonferenz, dass das therapeutische Ziel voraussichtlich nicht mit anderen Maßnahmen zu erreichen ist. Es gilt die Vereinbarung über Maßnahmen der Qualitätssicherung bei der Durchführung der Protonentherapie in
Krankenhäusern bei der Indikation Rektumkarzinom gemäß § 137 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 SGB V
In Kraft: 31.01.08 - Protonentherapie beim Mammakarzinom
In Kraft: 29.07.09 - Protonentherapie beim operablen hepatozellulären Karzinom
In Kraft: 23.09.09 - Protonentherapie bei altersabhängiger Makuladegeneration
In Kraft: 14.01.10 - Protonentherapie beim operablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom
In Kraft: 14.01.11 - Protonentherapie beim inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom des UICC Stadiums IV
In Kraft: 14.01.11 - Protonentherapie bei Lebermetastasen
In Kraft: 08.04.11
4 Positronenemissionstomographie (PET; PET/CT)
- Positronenemissionstomographie (PET; PET/CT) zur Bestimmung des Tumorstadiums des kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC) einschließlich der Detektion von Lungenfernmetastasen bei Patienten, bei denen bereits vor der PET-Diagnostik kein kurativer Therapieansatz mehr möglich erscheint
In Kraft: 26.06.08 - Positronenemissionstomographie (PET; PET/CT) zum Nachweis bei begründetem Verdacht auf ein Rezidiv eines primär kurativ behandelten
kleinzelligen Lungenkarzinoms
Unberührt von diesem Ausschluss bleiben Patienten mit begründetem Verdacht auf ein Rezidiv, bei denen durch andere bildgebende diagnostische Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen
In Kraft: 26.06.08 - Positronenemissionstomographie (PET); PET / Computertomographie (CT) bei malignen Lymphomen
In Kraft: 22.12.11
6. Interstitielle Laserkoagulation (ILK) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
7. Holmium-Laserablation (HoLAP) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
8. Holmium-Laser Blasenhalsinzision (HoBNI) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
9. Transurethrale Radiofrequente Nadelablation (TUNA) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
10. Fokussierter Ultraschall hoher Intensität (HIFU) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
11. Wasserinduzierte Thermotherapie (WIT) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
12. Transurethrale Ethanolablation (TEAP) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 21.07.11
13. Thulium-Laserablation (TmLAP) zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)
In Kraft: 09.02.12
14 Stammzelltransplantation
- Autologe Stammzelltransplantation bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) bei Erwachsenen
In Kraft: 20.10.11
