Studie: Gewalt in der Pflege ist weit verbreitet

(13.09.17) Gewalt in der Pflege ist ein alltägliches Phänomen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der B. Braun-Stiftung Melsungen und des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP) in Köln. Danach hat fast jeder dritte Befragte aus dem Pflegebereich angegeben, dass Maßnahmen gegen den Willen von Patienten, Bewohnern und Pflegebedürftigen alltäglich seien.

Das DIP befragte für seine Studie rund 400 Pflegefachkräfte und -schüler aus unterschiedlichen Einrichtungen bundesweit. Nahezu ein Drittel (30,7 Prozent) gab an, häufig oder sehr häufig zu erleben, dass Pflegemaßnahmen gegen den Willen von Patienten durchgeführt werden. Gut die Hälfte (50,3 Prozent) äußerte, dass dies "eher selten" beziehungsweise "sehr selten" vorkommt. 9,5 Prozent berichteten, dass dies im besagten Zeitraum "nie" vorgekommen ist. Weitere 9,5 Prozent machten keine Angaben.

Laut der Studie erklärte fast jeder siebte Befragte (13,6 Prozent), selbst schon Opfer von Gewalt gewesen zu sein. 60 Prozent gaben hingegen an, solche Erfahrungen "eher selten" oder "sehr selten" zu erleben. Nur 17,9 Prozent haben noch keine Gewalt im Beruf erfahren. Wiederum 8,5 Prozent machten keine Angabe.

Kaum Prävention in Pflegeheimen

Spezifische Angebote zur Prävention oder Verarbeitung von Gewalterfahrungen in den Einrichtungen sind selten. Laut Studie bestätigten nur 31,6 Prozent aller Befragten, dass in ihrer Einrichtung das Thema Gewalt in der Pflege durch Aktionstage und etwa spezielle Projekte bearbeitet wird. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer gaben an (49,8 Prozent), dass es keine Strukturen zur Gewaltprävention in ihren Einrichtungen gibt. 18,6 Prozent machten auch hier keine oder fehlende Angaben.

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