Krankentransport-Richtlinien

Die Krankentransport-Richtlinien regeln die Details zur Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransporten und Rettungsfahrten in der vertragsärztlichen Versorgung.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs zum 1. Januar 2017 gilt die Systematik der neuen Pflegegrade im SGB XI auch für Krankentransporte. Die Kassen genehmigen Fahrten zur ambulanten Behandlung nun im Allgemeinen für Versicherte der Pflegrade 4 und 5 sowie bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 3 bei eingeschränkter Mobilität. Diese Einschränkung muss der verordnende (Zahn-)Arzt gesondert feststellen und auf der Verordnung notieren. Bisher gingen die Kassen bei Pflegebedürftigen der Pflegestufen 2 und 3 in der Regel davon aus, dass diese die Voraussetzungen zur Übernahme der Kosten erfüllen.

Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am 15. Dezember 2016 mit der Änderung der Krankentransport-Richtlinie (KT-RL). Die Änderung der Richtlinie ist am 8. März 2017 in Kraft getreten.

Die Voraussetzungen zur Übernahme von Fahrkosten sind nun:

  • Vorliegen eines Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "aG", "BI" oder "H"
  • Vorliegen des Pflegegrades 4 oder 5
  • Vorliegen des Pflegegrades 3, der Patient benötigt aber aufgrund eingeschränkter Mobilität dauerhaft eine Beförderung - das gilt auch für Versicherte, die bis zum Jahresende die Pflegestufe 2 hatten, ab Januar 2017 aber in den Pflegegrad 3 überführt wurden
  • Vorliegen eines längerfristigen Behandlungsbedarfs bei Patienten ohne Pflegegrad, aber mit einer Mobilitätseinschränkung, die den oben genannten Kriterien entspricht

Die Anpassung des Verordnungsformulars (Muster 4) steht noch aus. Die Vertragspartner haben deshalb vereinbart, dass Ärzte für die Pflegegrade 3 bis 5 weiterhin das Formularfeld "Dauerhafte Mobilitätseinschränkung" ("Merkzeichen "aG", "BI", "H" oder Pflegestufe 2 bzw. 3 vorgelegt") verwenden. Bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 3 darf das Feld nur angekreuzt werden, wenn der Betroffene in seiner Mobilität tatsächlich eingeschränkt ist. Das Muster 4 wird voraussichtlich erst zum Jahresende 2017 angepasst.

  • Inhalte der Richtlinie

    Für die Verordnung einer Krankenbeförderung hat der Vertragsarzt die Notwendigkeit der Beförderung zu prüfen und das erforderliche Transportmittel auszuwählen. Dabei muss die Fahrt im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse zwingend medizinisch notwendig sein. Maßgeblich für die Auswahl des Beförderungsmittels ist ausschließlich die zwingende medizinische Notwendigkeit im Einzelfall unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots. Für die Auswahl ist deshalb insbesondere der aktuelle Gesundheitszustand des Versicherten und seine Gehfähigkeit zu berücksichtigen.
  • Was ist ein Krankentransport?

    Krankenfahrten sind Fahrten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, privaten Kraftfahrzeugen, Mietwagen oder Taxen durchgeführt werden.
    Ein Krankentransport kann verordnet werden, wenn der Versicherte während der Fahrt eine fachliche Betreuung oder die besonderen Einrichtungen des Krankentransportwagens (KTW) benötigt oder voraussichtlich benötigen wird. Die fachliche Betreuung im KTW wird durch qualifiziertes nichtärztliches Personal gewährleistet. Die medizinisch-technische Einrichtung ist auf die Beförderung von Nichtnotfallpatienten ausgelegt.
    Der Versicherte bedarf einer Rettungsfahrt, wenn er aufgrund seines Zustands mit einem qualifizierten Rettungsmittel (Rettungswagen, Notarztwagen, Rettungshubschrauber) befördert werden muss oder der Eintritt eines derartigen Zustands während des Transports zu erwarten ist.

Die Krankentransport-Richtlinien auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses