Koordinierungsstelle Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)

Seit 2002 koordiniert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit dem Sitz in Frankfurt am Main die postmortale Organspende - von der Meldung eines Spenders über die Entnahme der Organe bis hin zur Übergabe des Organs an das Transplantationszentrum. Das ist ihr gesetzlicher Auftrag, dafür wird sie von den Krankenkassen bezahlt (§ 11 TPG).

 

Aufgaben

Konkret übernimmt die DSO folgende Aufgaben. Sie

  • bereitet die Organentnahme vor
  • führt alle bis zur Organübertragung erforderlichen Maßnahmen, mit Ausnahme der Vermittlung, unter Beachtung der einschlägigen Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) durch
  • erstellt unter Beachtung der Richtlinien der BÄK geeignete Verfahrensanweisungen für die Entnahme und Bereitstellung von Spenderorganen, um die gesundheitlichen Risiken der Organempfänger zu minimieren
  • stellt sicher, dass das von ihr eingesetzte medizinische Personal für seine Aufgaben hinreichend qualifiziert ist
  • arbeitet mit der Vermittlungsstelle Eurotransplant zusammen und tauscht mit ihr Erfahrungen aus
  • unterstützt die Transplantationszentren bei den Maßnahmen der Qualitätssicherung
  • vergütet die Leistungen der Entnahmekliniken im Rahmen der Organspende.

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Leistungen für Entnahmekliniken

Die DSO hält außerdem spezielle Unterstützungsangebote für die Entnahmekliniken bereit. Die Koordinierungsstelle

  • hilft den Kliniken dabei, die Voraussetzungen einer möglichen Organspende zu klären (Organspendekonsil)
  • unterstützt die Kliniken bei der Hirntoddiagnostik, indem sie ihnen dafür qualifizierte Ärzte vermittelt
  • nimmt Spendermeldungen an
  • hilft den Kliniken, die Angehörigen richtig zu informieren und bietet spezielle Schulungen an
  • berät in Sachen organprotektive Intensivtherapie, notwendige Laborleistungen und apparative Diagnostik
  • unterstützt die Kliniken bei der Organentnahme, indem sie ärztliche Entnahmeteams organisiert
  • stellt Koordinatoren zur Verfügung, die die Organentnahmeprozesse in den Kliniken begleiten
  • organisiert den Organtransport
  • benennt Ansprechpartner für jede DSO-Region bei Fragen rund um die Organspende
  • bietet Veranstaltungen und Schulungen zum Thema an
  • stellt Informationsmaterial, regionale Newsletter und Arbeitsmittel bereit.

Die DSO ist verpflichtet, ein Verzeichnis der Entnahmekliniken und Transplantationszentren zu führen und veröffentlich jährlich einen Bericht, der die Tätigkeiten der Entnahmekliniken und der Transplantationszentren im Vorjahr nach einheitlichen Vorgaben umfasst (§ 11 Abs. 5 TPG).

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Aufsicht

Aufsicht über die DSO haben die Prüfungs- und die Überwachungskommission, der Stiftungsrat der DSO sowie der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main am Sitz der DSO.

Im Zuge der Novellierung des Transplantationsgesetzes (TPG) im Jahr 2012 hat der Gesetzgeber die speziellen Kontrollmechanismen gegenüber der DSO ausgeweitet. So muss die Koordinierungsstelle alle grundsätzlichen finanziellen und organisatorischen Entscheidungen gegenüber den Auftraggebern nach dem TPG, das sind der GKV-Spitzenverband, die Bundesärztekammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft, offen legen. Die TPG-Auftraggeber können außerdem einen unabhängigen Sachverständigen einsetzen, der die Haushaltsaufstellung und finanzielle Eigenständigkeit der DSO bei Bedarf prüfen soll.

Zudem haben Bund und Länder nach der geänderten DSO-Satzung im Stiftungsrat, dem Aufsichtsgremium der DSO, seit August 2013 Stimmrecht. Damit soll die Stiftung einen stärker öffentlich-rechtlichen Charakter erhalten, und der Einfluss des Staates bei der Aufsicht und Steuerung der DSO gestärkt werden. Die aktuelle Satzung stellt nun sicher, dass gegen die Stimmen der Vertreter des Bundes, der Länder, und des GKV-Spitzenverbandes keine wesentlichen Beschlüsse zustande kommen können.

 

Bund und Länder sind der neuen DSO-Satzung zufolge auch im Bundesfachbeirat vertreten. Das wissenschaftliche Beratungsgremium der DSO hat maximal 13 Mitglieder. Die Länder sollen zwei Sitze und das Bundesministerium für Gesundheit einen Sitz erhalten. Der DSO-Fachbeirat erarbeitet genaue Verfahrensanweisungen zur postmortalen Organspende für die Entnahmekliniken.

Die neue Satzung stärkt außerdem die Befugnisse des Stiftungsrates gegenüber dem Vorstand. Danach muss der Rat den jährlichen Wirtschaftsplan genehmigen und den Vorhaben des Vorstandes, die für die DSO und ihre Entwicklung von Bedeutung sind, zustimmen.

 

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