Mehr Patienten verursachen weniger Belegungstage

Bild Krankenhaus

(10.08.18) Knapp 19,5 Millionen Patienten wurden 2017 stationär im Krankenhaus behandelt. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl um 0,4 Prozent zurück. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen der Krankenhausstatistik hervor, die das Statistische Bundesamt jetzt veröffentlicht hat.

Langfristig gesehen sind die Werte jedoch angestiegen. So meldete das Statistische Bundesamt für das Jahr 1991 nur 14,6 Millionen Krankenhausbehandlungen. In den vergangenen 26 Jahren stieg die Zahl demnach um fast fünf Millionen Patienten.

Doch während die Zahl der Patienten stetig angestiegen ist, sank ihre Aufenthaltsdauer. 2017 lag ein Kranker im Durchschnitt 7,3 Tage im Krankenhaus. 2010 waren es noch 7,9 Tage und 1991 gar 14 Tage. Das gilt auch für Berechnungs- und Belegungstage: Ihre Anzahl verringerte sich von 204 Millionen im Jahr 1991 auf 141 Millionen im Jahr 2017.

Kliniken bauen Betten ab

Ebenso kontinuierlich ging die Zahl der Betten von 1991 bis 2017 um ein Viertel zurück. Zuletzt verfügten die 1.943 Krankenhäuser Deutschlands über insgesamt etwa 497.205 Betten. Im Jahr 2010 waren es noch 503.000 und 1991 standen in den Krankenhäusern sogar über 665.000 Betten.

Die Anzahl der Krankenhäuser insgesamt hat sich 2017 im Vergleich zu 2010 (2.065) um 5,9 Prozent verringert. 2017 stand annähernd jedes zweite Krankenhausbett (48,0 Prozent) in einem Krankenhaus eines öffentlichen Trägers, jedes dritte Bett (33,2 Prozent) befand sich in einem freigemeinnützigen Haus. Der Anteil der Krankenhausbetten in Einrichtungen privater Träger betrug 18,8 Prozent.

Auslastung stagniert bei 77 Prozent

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war die Auslastung der Krankenhausbetten 2017 mit 77,8 Prozent unverändert niedrig (2010: 77,4 Prozent). Nach den Krankenhausplänen verschiedener Bundesländer gilt eine Bettenauslastung von 85 Prozent als Maßstab für eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung. Die höchste Bettenauslastung erreichten öffentliche Krankenhäuser mit 79,8 Prozent, die geringste (75,3 Prozent) private Kliniken. Die Auslastung in den freigemeinnützigen Häusern lag bei 76,4 Prozent. 

Mehr Menschen arbeiten in Krankenhäusern

Der vorläufigen Krankenhausstatistik zufolge kümmerten sich 2017 909.800 Vollkräfte (Beschäftigte umgerechnet auf die volle tarifliche Arbeitszeit) um die Versorgung der Patienten. Das waren knapp 94.000 Beschäftigte mehr als 2010 (816.000 Personen). Ein großes Plus verzeichnete der ärztliche Dienst. Dort arbeiteten zuletzt 161.151 Menschen, 20 Prozent mehr als 2010 (134.847 Personen) und 69 Prozent mehr als 1991 (95.208 Personen). Im Pflegedienst waren 328.519 Vollkräfte im Einsatz. Das waren 7,3 Prozent mehr als 2010 (306.108 Personen).

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