ASV: Indikationen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat folgende Indikationen für die ASV konkretisiert: 

 

 

Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle

Seit Juli 2014 stehen auch die Anforderungen zur Teilnahme an der ambulanten spezialärztlichen Versorgung bei gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle fest. Mit einem entsprechenden Beschluss hat der GBA die Vorgaben für Diagnostik, Behandlung und Beratung von Patienten ab dem vollendeten 18. Lebensjahr konkretisiert. Darüber hinaus hat der GBA die personellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen sowie Mindestmengen festgelegt, die Vertragsärzte und Krankenhäuser, die eine solche Versorgung anbieten wollen, erfüllen müssen. Laut GBA soll sich die ASV auf schwere Verlaufsformen von bösartigen Krebserkrankungen konzentrieren, insbesondere des Darms, aber auch der Gallenblase, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse. Auch Tumoren anderer Organe des Bauches, wie Milz oder Nieren, können künftig ambulant spezialfachärztlich behandelt werden. Ein Behandlungsteam soll die Versorgung übernehmen. Es setzt sich aus einer Teamleitung und einem Kernteam zusammen. Wenn es medizinisch notwendig ist, sollen auch Fachärzte verschiedener Disziplinen zeitnah hinzugezogen werden. Zum Kernteam gehören zum Beispiel Fachärzte für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, für Gastroenterologie, Strahlentherapie sowie für Allgemein- oder Viszeralchirurgie.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung Paragraf 116b SGB V: Anlage 1 a) onkologische Erkrankungen - Tumorgruppe 1: gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle

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Gynäkologische Tumoren

Für die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit einem gynäkologischen Tumor in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung gibt es konkrete Vorgaben. Danach steht die Versorgung für Patienten ab dem vollendeten 18. Lebensjahr zur Verfügung, wenn die Tumorerkrankung einer multimodalen Therapie oder Kombinationschemotherapie bedürfen. Zu den gynäkologischen Tumoren zählen laut Konkretisierung bösartige Krebserkrankungen der weiblichen Unterleibsorgane sowie bestimmte Ausprägungen des Brustkrebses. Konkretisiert sind auch personelle, sächliche und organisatorische Anforderungen an niedergelassenen Ärzte und Krankenhäuser, die an der ASV teilnehmen wollen. So sind als Behandlungsteams sowohl Zusammenschlüsse von Ärzte und Kliniken zugelassen, die das gesamte Spektrum der aufgeführten gynäkologischen Tumoren abdecken, als auch Teams mit Subspezialisierung, zum Beispiel Brustzentren. 

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung §116b SGB V: Anlage 1.1 a) onkologische Erkrankungen - Tumorgruppe 2: gynäkologische Tumoren 

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Marfan-Syndrom

Der GBA hat eine weitere Indikation für die ASV konkretisiert. Seit Juli 2015 können Menschen, die am Marfan-Syndrom erkrankt sind, von der neuen Versorgungsform profitieren. Das Marfan-Syndrom ist eine genetisch bedingte Bindegewebserkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann, insbesondere die Hauptschlagader, das Herz und das Skelettsystem. In seinem Beschluss legt der GBA die Diagnostik, den Behandlungsumfang sowie personelle, sächliche und organisatorische Anforderungen an niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser fest, die an der ASV teilnehmen wollen. So soll ein Behandlungsteam, das sich aus einer Teamleitung (Herzchirurgie oder Innere Medizin und Kardiologie beziehungsweise Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinderkardiologie), einem Kernteam und bei medizinischer Notwendigkeit weiteren Fachärzten zusammensetzt, die Versorgung übernehmen. Darüber hinaus enthält die Konkretisierung Vorgaben für die Überweisung und die Mindestmengen. Bei Marfan-Syndrom liegt die vorgegebene Mindestmenge bei 50 Patienten mit Verdachts- oder gesicherter Diagnose im Jahr. In den zwölf Monaten vor Anzeige der Leistungserbringung beim erweiterten Landesausschuss muss das Kernteam mindestens 25 Patienten mit Marfan-Syndrom behandelt haben. 

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung Paragraf 116b SGB V: Anlage 2 - Buchstabe k Marfan-Syndrom

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Morbus Wilson

Für Patienten mit Morbus Wilson steht die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) offen. Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses gilt seit dem 12. Juni 2018. Morbus Wilson ist eine selten auftretende Erkrankung, bei der die Kupferausscheidung über die Gallenwege vermindert ist. Ohne Therapie führt sie aufgrund der toxisch wirkenden Kupferanreicherungen im Körper zu Leberzirrhose und weiteren Organschäden.

Der GBA hat festgelegt, welche Qualifikation die behandelnden Ärzte aufweisen sollten und welche diagnostischen und therapeutischen Leistungen Betroffene erwarten können. So müssen im ASV-Kernteam zur Behandlung von Patienten mit Morbus Wilson Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie sowie für Neurologie vertreten sein. Falls Kinder und Jugendliche behandelt werden, sind zusätzliche Experten hinzuzuziehen. Möglich sind Kinder- und Jugendmediziner mit Schwerpunkt Neuropädiatrie oder für Kinder- und Jugendmediziner mit Zusatzweiterbildung Kinder-Gastroenterologie.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V: Ergänzung der Anlage 2 Buchstabe h – Morbus Wilson

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Mukoviszidose

Der GBA hat die ASV-Indikationen um Mukoviszidose erweitert. Die entsprechende Ergänzung der "Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung" ist seit März 2017 in Kraft. In der Neuregelung hat der GBA die Leistungen konkretisiert, die im Rahmen der Diagnostik, Behandlung und Beratung von Patienten mit Mukoviszidose erbracht werden können. Ferner hat der GBA die personellen Anforderungen für das interdisziplinäre Behandlungsteam definiert. So muss das Kernteam für die Behandlung von Mukoviszidose-Patienten aus Ärzten der Fachrichtungen Pneumologie und Gastroenterologie bestehen. Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist außerdem ein  Kinder-Pneumologe oder Kinder- und Jugendmediziner erforderlich. Zusätzlich kann ein  Kinder-Gastroenterologe ins Kernteam benannt werden.

Änderung der Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V: Änderung der Anlage 2 – Ergänzung Buchstabe b (Mukoviszidose)

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Pulmonale Hypertonie

Versicherte mit Lungenhochdruck können jetzt von der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) profitieren. Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 17. Dezember 2015 trat am 1. Juni 2016 in Kraft. Die pulmonale Hypertonie ist gekennzeichnet durch eine Erhöhung des Blutdrucks in den arteriellen Blutgefäßen der Lunge. Die Druckerhöhung kann Folge einer Erkrankung der Lungengefäße sein oder durch eine Lungen- oder Herzerkrankung entstehen. Mit dem Beschluss veröffentlicht der GBA konkrete Vorgaben für die Diagnostik, Behandlung und Beratung der Patienten, darüber hinaus werden Anforderungen an die Qualität der Strukturen und Prozesse definiert.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung Paragraf 116b SGB V: Anlage 2 – Buchstabe l pulmonale Hypertonie

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Rheumatologische Erkrankungen – Erwachsene

Erwachsene mit rheumatologischen Erkrankungen können die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV)  nutzen. Für welche Diagnosen und Verdachtsdiagnosen dies konkret möglich ist, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) festgelegt. Ärzte mit einer ASV-Berechtigung können die meisten Leistungen erbringen, die für Diagnostik, Behandlung und Beratung von rheumatologischen Erkrankungen nötig sind. Welche Leistungen das konkret sind, hat der GBA in Anlage 1.1b der ASV-Richtlinie ausgeführt. Auch, welche Fachdisziplinen dem ASV-Team angehören, ist festgeschrieben. Das interdisziplinäre Kernteam muss aus Fachärzten für Rheumatologie, Dermatologie, Nephrologie, Pneumologie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzweiterbildung orthopädische Rheumatologie bestehen. Die Teamleitung übernimmt der Rheumatologe. Darüber hinaus hat der GBA Qualitätsvorgaben hinsichtlich Organisation und Kooperation, Dokumentation und Mindestmengen definiert.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V: Änderung der Anlage 1.1 – Ergänzung Buchstabe b (rheumatologische Erkrankungen)

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Rheumatologische Erkrankungen - Kinder

Auch Kinder und Jugendliche mit rheumatologischen Erkrankungen können in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) betreut werden. Der Leistungsumfang für Kinder und Jugendlichen ist an den von Erwachsenen angelehnt, umfasst aber zusätzliche Untersuchungen und Beratungen. Welche das konkret sind, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in Anlage 1.1b der ASV-Richtlinie formuliert. Unter anderem haben Jugendlichen Anspruch auf Unterstützung beim Übergang in ein erwachsenenorientiertes Versorgungssystem (Transition). Nicht zuletzt hat der GBA festgelegt, welche Fachgruppen zum ASV-Kernteam gehören müssen: Kinder- und Jugendmediziner mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Rheumatologie, Augenheilkunde sowie Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzweiterbildung orthopädische Rheumatologie. Die Beteiligung der letzten Fachgruppe kann entfallen, wenn nachweislich kein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzweiterbildung orthopädische Rheumatologie zur Kooperation bereit ist. Hinsichtlich der Organisation, Infrastruktur und Dokumentation macht der GBA konkrete Vorgaben an die ASV-Teams. Mindestmengen hat der GBA nicht festgelegt. Das heißt, das ASV-Team muss keine bestimmte Anzahl an Patienten behandelt haben, um eine ASV-Berechtigung zu erhalten.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V: Änderung der Anlage 1.1 – Ergänzung Buchstabe b (rheumatologische Erkrankungen)

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Tuberkulose oder atypische Mykobakteriose

Seit April 2014 können sich Ärzte und Kliniken für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung von Patienten mit Tuberkulose oder atypischer Mykobakteriose anmelden. Die konkreten Vorgaben für Diagnostik, Behandlung und Beratung solcher Patienten sowie die personellen, sachlichen und organisatorischen Anforderungen an die Vertragsärzte und Krankenhäuser hat der GBA festgelegt. Danach muss das ASV-Kernteam, das Tuberkulose-Patienten behandeln will, aus einem Lungenfacharzt, einem Internisten mit Zusatzweiterbildung Infektiologie, einem Facharzt für Mikrobiologie sowie - sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden - zusätzlich einem Kinderarzt bestehen.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung Paragraf 116b SGB V: Anlage 2 a) Tuberkulose und atypische Mykobakteriose

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Urologische Tumoren

Seit April 2018 steht die ambulante spezialärztliche Versorgung (ASV) auch für Patienten offen, die an urologischen Tumoren erkrankt sind. Dazu zählen etwa Prostatakrebs oder Harnblasenkrebs. Patienten mit urologischen Tumoren können die ASV in Anspruch nehmen, wenn sie aufgrund ihrer fortgeschrittenen Erkrankung eine multimodale Therapie oder Kombinationschemotherapie benötigen. Welche Leistungen sie hinsichtlich Diagnostik, Behandlung und Beratung erwarten dürfen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in einer Richtlinie festgelegt. Darüber hinaus hat der GBA Anforderungen an Personal sowie an Organisation und Infrastruktur von ASV-Einheiten definiert. Die Versorgung übernimmt ein Behandlungsteam, das von Fachärzten für Urologie oder für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie geleitet wird. Mediziner dieser Fachrichtungen bilden gemeinsam mit Fachärzten für Strahlentherapie auch das Kernteam.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung § 116b SGB V: Ergänzung der Anlage 1.1a onkologische Erkrankungen – Tumorgruppe 3: urologische Tumoren

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