WIdO-Monitor: Befragung zu Individuellen Gesundheitsleistungen

(28.02.19) Selbstzahler-Leistungen in der Arztpraxis wie Akupunktur, Ultraschalluntersuchungen oder Reiseimpfungen sind seit Jahren ein Thema für Patienten, Ärzte und Verbraucherschützer. Mit der aktuellen Versichertenumfrage hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im aktuellen WIdO-Monitor den Markt dieser Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) unter die Lupe genommen.

Laut den jetzt veröffentlichten Ergebnissen einer Versichertenbefragung wurde mehr als jedem vierten Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (28,9 Prozent) in den letzten zwölf Monaten eine ärztliche Leistung als Privatleistung angeboten. In beinahe drei von vier Fällen wurde die Leistung auch erbracht. In der Mehrzahl der Fälle (74,7 Prozent) sei die Initiative zur Selbstzahlerleistung vom Arzt ausgegangen, heißt es im WIdOmonitor.

Auch zeigen die Befragungsdaten zum IGeL-Marktgeschehen nach wie vor eine klare soziale Differenzierung: Ob eine privat zu zahlende Leistung angeboten wird, hängt stark mit dem Einkommen und der Schulbildung des Patienten zusammen, weniger mit seinem Alter und seinem Gesundheitszustand. Die meisten dieser IGeL entfallen auf Ultraschalluntersuchungen und Leistungen im Rahmen der Glaukomvorsorge – allein diese beiden Leistungsgruppen machen bereits 45 Prozent des IGeL-Marktes aus. Entsprechend häufig bieten einzelne Facharztgruppen Selbstzahlerleistungen an. Augenärzte tun dies im Durchschnitt siebenmal so häufig wie Allgemeinmediziner, Frauenärzte fast fünfmal so oft.

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