Masern-Infektionen: Mehr als 82.000 Fälle in Europa

(20.02.19) Im vergangenen Jahr haben sich in Europa so viele Menschen mit Masern angesteckt wie seit langer Zeit nicht. Das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr haben sich die Zahlen verdreifacht. Gegenüber dem Jahr 2016 lag die Zahl im Jahr 2018 sogar 15-mal so hoch. Allerdings war 2016 ein Jahr mit einem historisch niedrigen Wert.

Die WHO zählt zur Europa-Region insgesamt 53 Länder. Auch Länder wie die Ukraine, Russland und die Türkei gehören dazu. Insgesamt wurden für die Europa-Region fast 82.600 Masern-Erkrankungen gemeldet. Mehr als 50.000 entfielen auf die Ukraine. 72 Kinder und Erwachsene starben in Europa an der Erkrankung

Masern: 2018 weniger Fälle in Deutschland

Dagegen war der Trend in Deutschland gegenläufig. Nachdem im Jahr 2017 noch 936 Masern-Fälle registriert worden waren, sank die Zahl im vergangenen Jahr auf 532 Fälle. Rechnerisch erkranken demnach pro einer Million Menschen etwa sechs an Masern. Zum Vergleich: In Schweden und den Niederlanden trat 2018 kein einziger Fall auf.

Weltweit sterben mehr als 100.000 Kinder jährlich an Masern. Das Masern-Virus kann das Gehirn befallen und ist deshalb lebensgefährlich. Besonders häufig betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 20 Jahren.

Gegen Masern gibt es keine spezifische Behandlung. Schutz bietet nur eine Impfung. Diese erfolgt in der Regel nach dem 12. Lebensmonat. Die WHO geht davon aus, dass sich Masern weltweit eliminieren lassen, wenn langfristig 95 Prozent der Bevölkerung gegen diese Krankheit geschützt sind. In Deutschland ist dieses Ziel noch nicht erreicht.

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