STIKO empfiehlt HPV-Impfung für Jungen

Foto: Impfung per Spritze in den Oberarm

(31.07.18) Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nun auch Jungen eine Impfung gegen humane Papillomviren (HPV). Wie im Epidemiologischen Bulletin 26/2018 veröffentlicht, schützt der Impfstoff nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor einigen anderen Krebsarten, die Jungen betreffen. Die Impfung sollte im Alter von neun bis 14 Jahren vorgenommen werden. Eine Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren angeraten. Die Impfempfehlung für Mädchen bleibt unverändert. Ziel der HPV-Impfung von Mädchen und Jungen ist die Eindämmung HPV-assoziierter Krebserkrankungen. 

Jungen als wichtigste Verbreiter der Infektion

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge erkranken in Deutschland jährlich mehr als  6.000 Frauen und rund 1.600 Männer an HPV-bedingten Karzinomen. Geimpfte Jungen schützen nicht nur ihre Partnerinnen, sondern auch sich selbst oder gleichgeschlechtliche Partner vor den durch Sex übertragenen Viren. Der Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen fordert bereits seit Jahren, auch die Jungen zu impfen. Sie seien die wichtigsten Verbreiter der Infektion, profitierten aber auch selbst von dem Schutz Krebsarten, die Penis, Anus und Rachen befalle können.

Mit der Empfehlung wird sich im nächsten Schritt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) befassen. Erst, wenn die HPV-Impfung für Jungen auch vom GBA beschlossen wurde, gehört sie zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

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