Umfassendes Qualitätsmanagement in Arztpraxen

(07.06.18) Ärzte und Psychotherapeuten setzen auf Qualitätsmanagement (QM). In neun von zehn Praxen werden QM-Methoden vollständig oder größtenteils angewandt. Das hat eine Erhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergeben. Für die Untersuchung hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen 3.212 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten angeschrieben. Von 97 Prozent der Angeschriebenen erhielten die Studienleiter eine Antwort.

Hintergrund der Umfrage ist die 2017 in Kraft getretene QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Die Richtlinie sieht vor, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen alle zwei Jahre in einer Stichprobe erheben, wie die Instrumente und Methoden des Qualitätsmanagements umgesetzt werden. Die Stichprobe umfasst 2,5 Prozent der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Die KBV liefert dem Gemeinsamen Bundesausschuss eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Qualitätsmanagement in Praxen trägt dazu bei, Arbeitsabläufe einheitlich zu regeln, Verantwortlichkeiten zu klären sowie Fehler und Risiken zu analysieren. Seit dem GKV-Modernisierungsgesetz von 2004 ist QM Pflicht für vertragsärztliche Praxen, Psychotherapeuten und medizinische Versorgungszentren.

Kaum regionale Unterschiede beim Qualitätsmanagement

In der aktuellen Umfrage gaben die Teilnehmer an, vor allem QM-„Werkzeuge“ zu verwenden, die einer guten Versorgung dienen und die Patientensicherheit fördern. Dazu zählen ein professionelles Fehlermanagement sowie eine systematische Patienteninformation und -aufklärung. Außerdem wird in fast alle Praxen das Schnittstellenmanagement beim Wechsel der Patienten von der Praxis ins Krankenhaus oder in eine Reha-Einrichtung umgesetzt.

Als besonders hilfreich für die Organisationsentwicklung werden neben Teambesprechungen auch Checklisten sowie Prozess- und Ablaufbeschreibungen empfunden, in denen zum Beispiel wichtige Arbeitsschritte aufgelistet und die Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt werden. Die befragten Praxen und medizinische Versorgungszentren (MVZ) gaben an, sich damit systematisch auf Notfälle vorzubereiten, bestmögliche Hygiene sicherzustellen und Arzneimittel sicher zu verordnen. Darüber hinaus zeigen die Stichproben, dass es kaum regionale Unterschiede gibt und QM überall eine ähnlich hohe Bedeutung hat.

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