Deutschland und EU: Weitere Schritte im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

(09.02.17) Die wachsenden Antibiotikaresistenzen sind eine globale Bedrohung mit hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Laut Angaben der Europäischen Kommission führen Infektionen durch arzneimittelresistente Bakterien in der Europäischen Union (EU) jährlich zu 25.000 Todesfällen und Kosten von 1,5 Milliarden Euro. Die Kommission verschärft daher die Bekämpfung der Antibiotikaresistenzen und will bis zum Sommer 2017 einen neuen europäischen Aktionsplan vorlegen.

EU bittet Bürger um Mithilfe

Ziel des neuen Aktionsplans ist es, die Zusammenarbeit zu Antibiotikaresistenzen über Sektoren hinweg zu stärken und das Wissen über das Thema in der Bevölkerung stärker zu verbreiten. Dazu bittet sie Behörden, Interessenvertreter und Bürger, insbesondere Ärzte, um Mithilfe. Sie sollen Meinungen und Vorschläge einreichen, wie die EU die Mitgliedstaaten am besten unterstützen kann, gegen die wachsende Antibiotikaresistenzen vorzugehen. Dazu stellt die Kommission auf ihrer Website Onlinefragebögen bereit (zunächst in Englisch, später in allen EU-Sprachen). Die öffentliche Konsultation hat am 27. Januar begonnen und läuft bis zum 28. April 2017.

BMG fördert Forschungsprojekte

Auch in Deutschland steht der Kampf gegen resistente Keime auf der gesundheitspolitischen Agenda. Anfang der Woche hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Förderschwerpunkt Antibiotikaresistenzen und nosokomiale Infektionen gestartet. Mit vier Millionen Euro unterstützt es sieben Forschungsprojekte zu dem Thema. Eines davon untersucht, wie die Bevölkerung besser über Antibiotika und deren Wirkung informiert werden kann. Andere Projekte widmen sich der Frage, mit welchen Maßnahmen sich Resistenzen am besten vermeiden lassen.

Die Förderung läuft über drei Jahre und ist eine Maßnahme zur Umsetzung der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie "DART 2020". Das BMG hat die Strategie 2015 gemeinsam mit den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft sowie Bildung und Forschung entwickelt.