Kinderrichtlinie: Neue Untersuchungsmethode zur Frühkennung schwerer Herzfehler

(03.02.17) Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern um das Pulsoxymetrie-Screening ergänzt und die Kinder-Richtlinie entsprechend angepasst. Die Änderungen sind seit 28. Januar 2017 in Kraft.

Mit dem Pulsoxymetrie-Screening können Ärzte bestimmte schwere Herzfehler bei Neugeborenen entdecken, die bislang bei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaftsvorsorge oder bei der U1-Untersuchung nach der Geburt noch nicht erkannt werden konnten. Das Screening schließt damit eine diagnostische Lücke.

Schnellere Behandlung möglich

Die Pulsoxymetrie misst mithilfe eines Sensors am Fuß des Babys den Sauerstoffgehalt im Blut. Ist die Sauerstoffsättigung zu gering, kann das auf einen schweren Herzfehler hinweisen. In diesem Fall können Ärzte sofort Folgeuntersuchungen einleiten und wenn nötig, mit der Therapie beginnen. Ein weiterer Vorteil der Methode: Sie ist nicht invasiv und belastet das Neugeborene nicht.

Die Untersuchung soll am besten 24 bis 48 Stunden nach der Geburt erfolgen. Zuvor klären die verantwortlichen Ärzte die Eltern mithilfe einer schriftlichen Elterninformation über das Screening auf. Diese ist als Anlage in der Kinder-Richtlinie enthalten. Die Ergebnisse der Untersuchung halten die Ärzte im sogenannten Gelben Heft fest.

Zum Beschluss des GBA zur Änderung der Kinder-Richtlinie