Vereinbarung zur Verbesserung der Palliativversorgung

(30.01.17) Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband haben die Voraussetzungen für eine besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung vereinbart und als Anlage 30 im Bundesmantelvertrag - Ärzte veröffentlicht. Ziel der neuen Vereinbarung ist es, die Betreuung unheilbar kranker und sterbender Menschen in ihrem Zuhause zu stärken. 

Aufgaben und Qualifikationsanforderungen festgelegt

Zu den Inhalten der Vereinbarung gehören unter anderem Regelungen zur Indikationsstellung sowie die detaillierte Beschreibung des Versorgungsauftrags. Dieser umfasst beispielsweise eine umfassende Information und Aufklärung der Patienten und Angehörigen über die Krankheit sowie eine aktive Zusammenarbeit der teilnehmenden Ärzte mit weiteren an der Palliativversorgung beteiligten Einrichtungen wie ambulanten Pflegediensten.

Darüber hinaus führt die Vereinbarung die Aufgaben der teilnehmenden Ärzte auf. So sieht sie unter anderem vor, dass Ärzte zunächst ermitteln, welche palliativmedizinischen Leistungen die Patienten konkret benötigen. Zu den Aufgaben gehört weiterhin, einen schriftlichen und für alle Beteiligten zugänglichen Therapieplan zu erstellen sowie die Versorgung während der sprechstundenfreien Zeit sicherzustellen. Wenn nötig, berät der Arzt auch über die Möglichkeiten der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht.

Festgelegt haben KBV und GKV-Spitzenverband außerdem die Anforderungen an die Qualifikation der teilnehmenden Ärzte. Sie müssen unter anderem konkrete praktische Erfahrungen in der Palliativversorgung und regelmäßige palliativmedizinische Fortbildungen nachweisen können.

An der Vereinbarung können alle Haus- und Fachärzte teilnehmen, wenn sie die entsprechenden fachlichen Voraussetzungen erfüllen. Die Teilnahme beantragen sie bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. 

Hintergrund

Mit der neuen Vereinbarung haben KBV und GKV-Spitzenverband eine Maßgabe aus dem Hospiz- und Palliativgesetz erfüllt. Sie ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Bestehende regionale Regelungen zur Palliativversorgung ersetzt sie nicht. Über die entsprechende Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs wird derzeit verhandelt. Die Leistungen sollen spätestens zum 1. Juli 2017 vereinbart sein.