Tests zur gezielten Verordnung von Antibiotika im EBM

Apotheker bei Medikamentensuche (c) AOK Bundesverband

(09.07.18) Antibiotikatherapie: ja oder nein? Ärzte, die vor dieser Frage stehen, können jetzt einfacher einen Labortest veranlassen. Dafür soll eine Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) sorgen, die zum 1. Juli 2018 in Kraft getreten ist. So soll die gezielte Verordnung von Antibiotika gefördert werden.

Eine nicht indizierte Antibiotikatherapie kann durch Nebenwirkungen auch die Genesung eines Patienten beeinträchtigen. Zudem erhöht sich so das Risiko von Antibiotikaresistenzen.

Procalcitonin-Test: neu im EBM

Unter anderem wurde der EBM um den Procalcitonin-Test erweitert. Dabei handelt es sich um einen Bluttest auf den Entzündungsmarker Procalcitonin (PCT). Seit Juli können Ärzte den Test als diagnostische Hilfestellung bei Atemwegsinfektionen einsetzen. Diese Diagnostik ist von der Anrechnung auf den Wirtschaftlichkeitsbonus befreit. Dazu werden die Kennnummern angepasst. Zur Finanzierung der zusätzlichen Tests stellen die gesetzlichen Krankenkassen zusätzliche Gelder bereit.

Das Leistungsspektrum zur Erregeridentifizierung wird ebenso erweitert wie die Empfindlichkeitsprüfungen beispielsweise bei Gastroenteritiden und Harnwegsinfekten.

Nach Ansicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sollten Ärzte künftig "möglichst immer dann eine Laboruntersuchung veranlassen, wenn aufgrund klinischer Kriterien die Indikation für oder gegen eine Antibiotikatherapie nicht eindeutig gestellt werden kann". In allen anderen Fällen können sie weiterhin eine kalkulierte Antibiotikatherapie verordnen - ohne vorherige Labordiagnostik.

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