Modellprojekt "Familiale Pflege": Seit zehn Jahren Pflege-Training für Angehörige

(07.08.14) Das von der AOK Rheinland/Hamburg, der AOK NordWest sowie der Universität Bielefeld durchgeführte Projekt bietet eine schnelle und individuelle Hilfe, wenn ein Pflegefall eintritt. Eigens ausgebildete Pflegetrainer und -trainerinnen leisten pflegenden Angehörigen zumeist schon im Krankenhaus Hilfestellungen für eine spätere Pflege zuhause.

"Mit diesem Projekt haben wir bereits früh erste Weichen gestellt, damit pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihrer familiären Umgebung bleiben können", so Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. "Diese und andere Leistungen stellen eine große Unterstützung angesichts kontinuierlich steigender Zahlen von Pflegefällen dar", so Wältermann weiter. In den Pflegetrainings lernen pflegende Angehörige beispielsweise Techniken für die richtige Pflege zuhause wie die richtige Lagerung, den Umgang mit Pflegehilfsmitteln oder die Strukturierung des Alltags bei Demenz. Zudem erhalten sie Informationen über Hygiene, Bewegung und Ernährung. "Moderne Familien und ältere Ehepaare sind auf die Pflegebedürftigkeit immer weniger eingerichtet und müssen sehr viel lernen", so Prof. Dr. Katharina Gröning, Projektleiterin bei der Uni Bielefeld. "Nur wenige Institutionen haben ein wirklich gutes Bild davon, worauf es beim Eintritt der Pflegebedürftigkeit ankommt. In dieser Situation hilft das Modellprojekt ,Familiale Pflege‘."

Auf Wunsch besuchen die Pflegetrainer nach der Akutphase im Krankenhaus die Familien bis zu sechs Wochen im heimischen Umfeld und geben persönlich Hilfe für eine individuelle Pflege vor Ort. Insgesamt beteiligen sich ca. 1.000 qualifizierte Pflegetrainer an 360 Krankenhäusern – 154 davon im Rheinland und 18 in Hamburg.

Das Projekt rundet die Angebotspalette an Informationen und Hilfestellungen der AOK Rheinland/Hamburg für pflegende Angehörige ab. So können sich pflegende Angehörige beispielsweise an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr unter der Rufnummer 0 800 329 0 329 an die Pflegehotline der AOK Rheinland/Hamburg wenden. Wer zudem weitergehende Hilfen zuhause benötigt, kann einen der rund 80 zugehenden Pflegeberater zu sich nach Hause bestellen. Das Pflegeportal der AOK Rheinland/Hamburg bietet auf www.aok.de/rh/pflegeportal einen Check, was bei einem Pflegefall alles getan und woran gedacht werden muss. Außerdem können Interessierte über eine Suchfunktion Pflegedienste und Pflegeheime in ihrer Nähe oder an einem gewünschten Ort finden.

Für den Fall der Betreuung von demenziell erkrankten Menschen bieten die Mitarbeiter der "AOK-Pflegeleitstelle Demenz" eine jeweils individuell zugeschnittene Unterstützung an. Die Pflegeleitstelle ist montags bis freitags von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr unter der Rufnummer 0241 - 464 275 erreichbar.

(Pressmitteilung der AOK Rheinland/Hamburg vom 07.08.14)