Kliniken melden 2017 deutlich mehr Gewebespender

(22.01.18) Deutsche Krankenhäuser vermitteln immer mehr Gewebespenden von Verstorbenen für die Transplantation etwa von Augenhornhäuten oder Herzklappen. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) jetzt mitgeteilt. Demnach ist die Zahl der eingegangenen Spendermeldungen innerhalb der vergangenen drei Jahre von ungefähr 27.000 auf über 32.000 gestiegen. Das ist ein Anstieg von mehr als 20 Prozent. Rund 2.300 Menschen spendeten im vergangenen Jahr Gewebe. Dadurch konnten über 4.700 Menschen mit einem Gewebetransplantat versorgt werden. 

Engagement der Kliniken wichtig

„Unser besonderer Dank gilt den Spendern und ihren Angehörigen“, sagt DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel. Auch spiele das Engagement der Krankenhäuser eine entscheidende Rolle. Nach DGFG-Angaben unterstützen insgesamt mehr als 80 Kliniken die Gewebespende durch die Meldung möglicher Spender und nehmen so ihre gesellschaftliche Verantwortung für die Versorgung der betroffenen Patienten wahr.

Die DGFG teilt mit, dass über 3.100 Patienten im letzten Jahr ein Hornhauttransplantat vermittelt werden konnte. Darunter waren rund 300 ultradünne Hornhautlamellen für eine spezielle Transplantationstechnik, bei der Ärzte nur eine dünne Schicht der Hornhaut ersetzen müssen. Bei den Herzklappen lag die Zahl bei insgesamt 55. Laut DGFG kann fast jeder Verstorbene Gewebe spenden. Neben Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen zählen dazu auch Knochen, Sehnen, Bänder und Haut. 

Aufgaben der DGFG

Die DGFG ist nach eigenen Angaben das größte Gewebenetzwerk der Bundesrepublik. Sie fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland und vermittelt ihre Transplantate über eine Vermittlungsstelle. 

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