Diabetisches Fußsyndrom: HBO-Therapie jetzt ambulant möglich

(31.01.18) Ab sofort können Patienten mit schwerem diabetischen Fußsyndrom auch ambulant eine hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) erhalten. Im Krankenhaus ist die HBO jetzt bereits ab einer Wundtiefe des Wagner-Stadiums II möglich. Der bereits im September 2017 gefasste Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ist jetzt in Kraft getreten. Ziel der HBO beim diabetischen Fußsyndrom ist es, das Wundgewebe des Fußes mit mehr Sauerstoff zu versorgen und eine Heilung anzuregen.

"In Studien wurden Anhaltspunkte gefunden, wonach sich Wunden, die unter der Standardtherapie nicht zu heilen beginnen, bei einer zusätzlichen HBO besser schließen", erläuterte Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im GBA. Trotz eines nicht eindeutig belegten medizinischen Nutzens habe man beschlossen, Patienten mit einem schweren diabetischen Fußsyndrom mit der HBO eine ergänzende ambulante Behandlungsmöglichkeit zu eröffnen.

Die aufwendige und zeitintensive Behandlung darf dem GBA zufolge aber erst dann angewendet werden, wenn die vielfältigen anderen Maßnahmen der Standardtherapie erfolglos geblieben sind. Unabdingbar dabei sei, dass vor und auch während der HBO die Wundversorgung entsprechend den aktuellen ärztlichen Behandlungsleitlinien in einer qualifizierten Einrichtung erfolge, hieß es. Um die vor einer HBO durchzuführenden diagnostischen und therapeutischen Schritte sicherzustellen, hat das Gremium eine ambulante HBO zudem an die Überweisung durch bestimmte, hierfür besonders qualifizierte Facharztgruppen geknüpft.

Mit Sauerstoff die Wundheilung anregen

Bei der HBO atmen die Patienten in einer Druckkammer reinen Sauerstoff ein. Über die Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Eine Therapiesitzung dauert zwischen 45 und 120 Minuten und wird täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen durchgeführt.

Im Wagner-Stadium II sind die Wunden bis zur Ebene von Sehnen und Gelenkkapseln vorgedrungen. Ab dem Wagner-Stadium III liegt eine Wundtiefe bis zur Ebene der Knochen vor. Die Knochen- und Gelenkbeteiligung kann prognostisch so ungünstig sein, dass im Vorfußbereich oder in Höhe des Unterschenkels eine Amputation vorgenommen werden muss.

Diabetischem Fußsyndrom vorbeugen mit DMP

Das diabetische Fußsyndrom ist durch eine schlecht heilende Wunde am Fuß gekennzeichnet. Circa drei Prozent der Diabetiker in Deutschland leiden an dieser Folgeerkrankung, die mit Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen einhergeht. Mit einer regelmäßigen Untersuchung auf sichtbare Veränderungen der Füße kann der Diabetische Fuß vermieden werden.

Die strukturierten Behandlungsprogramme helfen, die Versorgung von Diabetikern und in Deutschland zu verbessern. In diesen sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP) arbeiten Hausärzte, Fachärzte und Krankenhäuser Hand in Hand. Mit AOK-Curaplan bietet die AOK bundesweit Programme für Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 an.

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