Vermittlungsservice für Facharzttermine: Bedarf an Psychotherapie sorgt für Nachfrage

(04.01.18) Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) verzeichneten 2017 deutlich mehr Anfragen als im Jahr davor. Während die Servicestellen von Ende Januar bis Ende Dezember 2016 insgesamt 120.000 Termine vermittelten, stieg die Zahl im Jahr 2017 auf 190.000. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit. Grund für die zunehmende Nutzung des Angebots sei vor allem die steigende Nachfrage nach Psychotherapieterminen, die – neben anderen Facharztterminen - erst seit April 2017 vermittelt werden. Nach dem bisherigen Stand der Auswertung bezogen sich bereits im zweiten Quartal 40 Prozent der Anfragen auf psychotherapeutische Angebote, im dritten waren es 43,2 Prozent. Auf Platz zwei der meistvermittelten Fachärzte landeten die Neurologen mit einem Anteil von 21,5 Prozent. Insgesamt wurden nur drei Termine in Krankenhäusern vergeben. 

Deutlich mehr Anrufe als Termine

Den Vermittlungen steht allerdings ein mehr als doppelt so hohes Aufkommen an Anrufern gegenüber. Insbesondere in Bezug auf die Psychotherapie seien vielen Versicherten ihre gesetzlichen Ansprüche zunächst nicht klar gewesen, berichtet die KBV. Der Anteil der Anrufer mit berechtigtem Vermittlungswunsch sei allerdings vom zweiten auf das dritte Quartal gestiegen.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind seit 2016 gesetzlich verpflichtet, Facharzttermine zu vermitteln, wenn die Patienten selbst keinen Termin erhalten. Die Servicestellen müssen innerhalb von vier Wochen einen entsprechenden Termin in zumutbarer Entfernung anbieten.

Startschuss für den Facharzt-Terminservice