Ärzte erzielen über 70 Prozent ihrer Einnahmen aus der GKV

(18.08.17) Arztpraxen in Deutschland verdienen fast drei Viertel ihrer Einnahmen mit Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Nur ein Viertel erfolgt aus Privatabrechnungen. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt mitgeteilt. 2015 entfielen 70,4 Prozent der Praxis-Einnahmen auf Kassenabrechnungen, 26,3 Prozent auf Privatabrechnungen und 3,3 Prozent auf sonstige selbstständige ärztliche Tätigkeiten.

Nach Angaben von Destatis nahm 2015 jede Arztpraxis durchschnittlich 507.000 Euro ein. Den Einnahmen standen Aufwendungen von im Schnitt 249.000 Euro pro Praxis gegenüber, etwa je zur Hälfte für Personal- und Sachkosten. Damit blieb den Praxen durchschnittlich ein Reinertrag von 258.000 Euro.

Radiologen an der Spitze

Große Unterschiede gibt es zwischen den Fachgebieten. Den höchsten Reinertrag erzielten 2015 die Radiologen (850.000 Euro), gefolgt von Praxen der Fachgebiete Augenheilkunde (370.000 Euro) und Orthopädie (310.000 Euro). Am niedrigsten war der durchschnittliche Reinertrag in den Fachrichtungen der Neurologen, Psychiatern und Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (180.000 Euro). Praxen des Fachgebiets Allgemeinmedizin erreichten einen durchschnittlichen Reinertrag von 227.000 Euro.

Hintergrund

Der Reinertrag ist nicht mit dem Gewinn beziehungsweise dem Einkommen der Ärzte gleichzusetzen. Er stellt das Ergebnis des Geschäftsjahres der Praxis dar. Davon müssen aber noch unter anderem die Aufwendungen für Praxisübernahme und Ausgaben privater Natur für beispielsweise die Krankenversicherung sowie die Beiträge zu Versorgungseinrichtungen der Praxisinhaber abgezogen werden.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung des Statischten Bundesamts vom 15.08.2017