Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen vorbeugen

Zahnarzt - Pflegebedürftige

(30.11.17) Künftig können Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen zusätzliche zahnärztliche Vorsorgemaßnahmen in Anspruch nehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) entschieden. Ziel ist es, das überdurchschnittlich hohe Risiko für Karies-, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen für diesen Personenkreis zu senken.

"Es ist sehr zu begrüßen, dass der Gesetzgeber dem besonderen Bedarf an vorbeugenden Leistungen von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen einen eigenen Stellenwert eingeräumt hat", sagte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im GBA und Vorsitzender des Unterausschusses Zahnärztliche Behandlung. Diese Menschen seien in vielen Fällen nur eingeschränkt dazu in der Lage, die für den Erhalt der Mundgesundheit erforderliche tägliche Pflege durchzuführen. Mit der neuen Richtlinie habe der GBA nun klar geregelt, auf welche konkreten zahnärztlichen Leistungen regelmäßig ein Anspruch besteht.

Umfang der neuen Leistungen

Mit den neuen Leistungen erhalten Betroffene erstmals eine zusätzliche präventive Betreuung durch einen Zahnarzt. Diese umfasst insbesondere die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Erstellung eines Planes zur individuellen Mund- und Prothesenpflege, die Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene und über Maßnahmen zu deren Erhalt sowie die Entfernung harter Zahnbeläge. Pflege- oder Unterstützungspersonen sollen zudem in die Aufklärung und die Erstellung des Pflegeplans einbezogen werden. Alle zusätzlichen zahnärztlichen Vorsorgemaßnahmen können einmal im Kalenderjahr erfolgen.

Verabschiedet wurde die Erstfassung der "Richtlinie über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen". Diese soll nach Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Juli 2018 in Kraft treten.

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