Mehr ausländische Pflegekräfte in Deutschland

(15.05.18) Die Zahl ausländischer Pfleger ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ihr Anteil wuchs seit 2014 von sieben auf elf Prozent. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Viele ausländische Pflegekräfte stammen aus den EU-Ländern Polen, Rumänien und Kroatien.

Insgesamt arbeiten derzeit 1,6 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in der Kranken- und Altenpflege. Das sind 174.000 mehr als vor vier Jahren, heißt es von der BA. Binnen weniger Jahre ist die Zahl der Angestellten in der Branche um zwölf Prozent gestiegen. Über alle Branchen hinweg ist die Beschäftigung weniger stark gewachsen. Die Statistik weißt für denselben Zeitraum ein Plus von neun Prozent auf.

Vor allem Altenpflegekräfte fehlen

Ein Grund für den hohen Bedarf an Arbeitskräften in der Pflege ist die Alterung der Gesellschaft. Insbesondere Altenpflegekräfte fehlen in ganz Deutschland, teilte die BA mit. Angesichts des fast flächendeckenden Fachkräfteengpasses setzen Arbeitsagenturen und Jobcenter verstärkt auf berufliche Weiterbildung für Arbeitslose. So haben in den vergangenen fünf Jahren 33.800 Arbeitslose eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft aufgenommen. Bei Krankenpflegefachkräften waren es 2.100.

Allerdings reicht die Weiterbildung von Arbeitslosen nicht aus, um den Bedarf an Fachkräften zu befriedigen, so die BA. Deshalb beteiligt sich die Agentur an Kooperationen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte. So qualifiziert sie beispielsweise im Rahmen des Programms "Triple Win" Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt. "In diesen Ländern gibt es einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die keine adäquate Beschäftigung im Herkunftsland finden", heißt es vonseiten der BA. Mittlerweile konnten über das Programm 1.300 Pflegekräfte vermittelt werden.

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