Bevölkerung ist für Technik-Einsatz in der Pflege offen

(26.04.18) Viele Deutsche sind offen für den Einsatz von digitaler Technik in der Pflege. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte repräsentative Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP). "Technologische Potenziale, die zur Unterstützung und sogar Verbesserung des Pflege- und Versorgungsprozesses vorhanden sind, werden oft verkannt – in manchen Debatten auch irrationale Ängste dazu geschürt", sagte der ZQP-Vorstandsvorsitzende Ralf Suhr.

Nach der Befragung erkennen knapp zwei Drittel (64 Prozent) in digitalen Technologien eher Chancen, für ein Viertel (25 Prozent) überwiegen die Risiken. 84 Prozent halten digitale Anwendungen für sinnvoll, um Pflegenden die Arbeit zu erleichtern. 74 Prozent glauben, Pflegebedürftige könnten durch technische Unterstützungssysteme unter Umständen ein selbstbestimmteres Leben führen.

Laut ZQP finden 74 Prozent ein videobasiertes Kommunikationssystem gut, mit dem Pflegebedürftige in ihrem Wohnumfeld ihre Helfer kontaktieren könnten. Bis zu 93 Prozent fänden einen Rauchmelder gut, der im Notfall den Herd abschalten kann. 74 Prozent sprechen sich tendenziell für Schulungen von Angehörigen zur Pflege über eine Videoverbindung sowie eine Abstimmung aller an einer Pflegesituation Beteiligten per Videokonferenz aus.

Gesundheits-Apps werden beliebter

Ebenfalls offen zeigen sich die Befragten für die Verwendung von Pflege-Apps. Nach Angaben des ZQP nutzen bereits 17 Prozent eine Gesundheits-App. So reicht im Pflegekontext die Zustimmung der Teilnehmer von 58 Prozent bei der Bewegungsförderung in der Pflege durch Smartphone- oder Tablet-Anwendungen bis hin zu 68 Prozent bei der Schulung pflegender Angehöriger.

76 Prozent befürworten einen Einsatz von ausgereiften "Robotern zur Unterstützung Pflegebedürftiger", der die Patienten zum Beispiel an die Einnahme von Medikamenten, Speisen oder Getränken erinnert. 65 Prozent der Befragten bewerteten Roboter positiv, die bei einem Sturz aufhelfen, und 60 Prozent solche, die ins oder aus dem Bett helfen.

Datensicherheit ist vielen wichtig

Bei vielen der Studienteilnehmer gibt es allerdings angesichts des Umgangs mit persönlichen beziehungsweise sensiblen Daten Bedenken. So stimmen 43 Prozent "voll und ganz" und weitere 32 Prozent "eher" dieser Aussage zu. 54 Prozent bereitet Sorgen, ob die Technik wirklich verlässlich ist. "Datensicherheit ist natürlich eine zentrale Anforderung. Für die breite Akzeptanz digitaler Lösungen ist am Ende entscheidend, dass diese praktikabel und sicher sind", meint Suhr.

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