Endspurt zum neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit

Foto: Pflegeberatung

(28.07.16) Die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor dem größten Umbau in ihrer Geschichte. Noch gut fünf Monate, dann tritt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und mit ihm ein neues Instrument zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit in Kraft. Leistungen, Verträge und Vergütungsvereinbarungen sind daher zum 1. Januar 2017 neu zu verhandeln. Gleichzeitig müssen die Regelungen des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) bei den Mitarbeitern der Kassen, in der Pflegeberatung, bei Vertragspartnern und auch bei den Versicherten ankommen. "Für die AOK-Gemeinschaft ist die neue Ausrichtung in der Pflege ein Schlüsselthema, deshalb haben wir uns beim PSG II von Anfang an stark engagiert", sagt Nadine-Michèle Szepan, Leiterin der Abteilung Pflege beim AOK Bundesverband.

Seit Juli liegen die Begutachtungsrichtlinien des GKV-Spitzenverbandes vor. Schulungen der AOK-Mitarbeiter haben in den AOKs schon begonnen, ebenso wie der Dialog mit den Vertragspartnern. Ihre Versicherten hält die AOK-Gemeinschaft seit 2015 auf dem Laufenden. Zum Jahresende wird die Kommunikation noch einmal deutlich intensiviert. 

Dialog mit den Profis

In den hauseigenen Medien, auf Veranstaltungen, Seminaren und Fachtagungen informiert die AOK seit mehr als zwei Jahren über den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff: Regelmäßig berichteten das AOK-Forum "Gesundheit und Gesellschaft", der Mediendienst "ams-Politik" und das AOK-Gesundheitspartnerportal. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Vertragsärzte werden seit 2015 auf Fachtagungen angesprochen. Viele AOKs haben für den Spätsommer und Herbst 2016 weitere Informationsveranstaltungen und Web-Seminare für Vertragspartner geplant.

Experten im eigenen Haus

Auch intern ist die AOK-Gemeinschaft gut aufgestellt. Mitarbeiter aus dem Leistungs- und Vertragsrecht, aus der Pflegeberatung, der Qualitätssicherung und die Pflege-Juristen verfolgen die Entstehung des Gesetzes seit dem Referentenentwurf. Seit dem Frühjahr 2016 gibt es AOK-interne Seminare für Mitarbeiter, zusätzlich steht den mehr als 61.000 Mitarbeitern ab August ein Online-Lernprogramm zum neuen Begutachtungs-Assessment zur Verfügung.

Besonderes Augenmerk gilt dabei der Pflegeberatung. Die AOK-Gemeinschaft hat im Bereich der sozialen Pflegeversicherung ein flächendeckendes Beratungsangebot mit etwa 700 Pflegeberatern aufgebaut, das Pflegebedürftige und deren Angehörige individuell und kompetent unterstützt. "Hier hat sich die AOK-Gemeinschaft viel Vertrauen erworben, und die hohe Beratungsqualität ist durch den Systemwechsel zu keinem Zeitpunkt infrage gestellt", so Nadine-Michèle Szepan. Für die Pflegeberater der AOKs sind vorwiegend im September und Oktober intensive, zweitägige Schulungsprogramme mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) angesetzt.

Versicherten Rede und Antwort stehen

Bei den Mitgliedern und deren Angehörigen rücken zum Jahresende die praktischen Fragen in den Vordergrund. Zahlreiche Print- und Online-Medien für AOK-Versicherte berichten seit 2015 über die Folgen des PSG II für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige. Für den Herbst sind weitere Online-Aktivitäten geplant.

Im Laufe des Dezembers erhalten dann alle Empfänger von Pflegeleistungen der AOK mit einem persönlichen Brief  ihren gesetzlich neu bestimmten Pflegegrad. Wer dann noch Fragen hat, kann zum Hörer greifen, die nächste AOK-Geschäftsstelle, eine der zahlreichen Pflegeberatungsstellen aufsuchen oder den AOK-Pflegeberater direkt kontaktieren: Die AOK steht bereit.

Weitere Informationen zu Pflegebedürftigkeit und Begutachtung ab 1. Januar 2017