Verordnung einer Krankenbeförderung

Die Verordnungen von Krankenbeförderungen regeln die Krankentransport-Richtlinien (KT-RL). Darin enthalten sind die Details zur Verordnung von Krankenfahrten, Krankentransporten und Rettungsfahrten in der vertragsärztlichen Versorgung. Für die tägliche Praxis relevant sind Verordnungen von Krankentransporten und -fahrten. Dafür ist Muster 4 vorgesehen. Die Verordnungsvordrucke sind Bestandteil des Bundesmantelvertrags Ärzte.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs gilt die Systematik der neuen Pflegegrade im SGB XI auch für Krankentransporte. Die Kassen genehmigen Fahrten zur ambulanten Behandlung nun im Allgemeinen für Versicherte der Pflegrade 4 und 5 sowie bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 3 bei eingeschränkter Mobilität. Diese Einschränkung muss der verordnende (Zahn-)Arzt gesondert feststellen und auf der Verordnung notieren.

Auch Psychotherapeuten dürfen verordnen

Seit Juni 2017 dürfen auch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Krankenbeförderung verordnen. Die verordneten Fahrten müssen im Zusammenhang mit einer psychotherapeutischen Leistung medizinisch zwingend notwendig sein. Es gelten dieselben Vorgaben wie für Vertragsärzte.

Voraussetzungen zur Übernahme von Fahrkosten

Damit die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten eines Krankentransports übernehmen müssen nachfolgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Vorliegen eines Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "aG", "BI" oder "H"
  • Vorliegen des Pflegegrades 4 oder 5
  • Vorliegen des Pflegegrades 3, der Patient benötigt aber aufgrund eingeschränkter Mobilität dauerhaft eine Beförderung
  • Vorliegen eines längerfristigen Behandlungsbedarfs bei Patienten ohne Pflegegrad, aber mit einer Mobilitätseinschränkung, die den oben genannten Kriterien entspricht

Die Anpassung des Verordnungsformulars (Muster 4) steht noch aus. Die Vertragspartner haben deshalb vereinbart, dass Ärzte für die Pflegegrade 3 bis 5 weiterhin das Formularfeld "Dauerhafte Mobilitätseinschränkung" ("Merkzeichen "aG", "BI", "H" oder Pflegestufe 2 bzw. 3 vorgelegt") verwenden. Bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 3 darf das Feld nur angekreuzt werden, wenn der Betroffene in seiner Mobilität tatsächlich eingeschränkt ist.

Lernprogramme unterstützen bei der Verordnung

Die AOK hat ein Online-Lernprogramm entwickelt, mit denen sich Ärzte und ihre Praxisteams über den Verordnung von Krankenfahrten (Muster 4) informieren können und ihr Wissen anhand konkreter Fallbeispiele testen. Wer alle Fragen richtig beantwortet, kann sich ein Zertifikat ausdrucken. Aber auch, wer sich nur informieren will, wird fündig. Zu jeder Frage können über den Button "Praxiswissen"

Muster 4 - Verordnung einer Krankenbeförderung
Stand: Oktober 2014

Auszug aus den Erläuterungen zur Vereinbarung über Vordrucke (Muster 4)
Stand: Januar 2017

  • Was ist ein Krankentransport?

    Krankenfahrten sind Fahrten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln, privaten Kraftfahrzeugen, Mietwagen oder Taxen durchgeführt werden.
    Ein Krankentransport kann verordnet werden, wenn der Versicherte während der Fahrt eine fachliche Betreuung oder die besonderen Einrichtungen des Krankentransportwagens (KTW) benötigt oder voraussichtlich benötigen wird. Die fachliche Betreuung im KTW wird durch qualifiziertes nichtärztliches Personal gewährleistet. Die medizinisch-technische Einrichtung ist auf die Beförderung von Nichtnotfallpatienten ausgelegt.
    Der Versicherte bedarf einer Rettungsfahrt, wenn er aufgrund seines Zustands mit einem qualifizierten Rettungsmittel (Rettungswagen, Notarztwagen, Rettungshubschrauber) befördert werden muss oder der Eintritt eines derartigen Zustands während des Transports zu erwarten ist.
  • Inhalte der Richtlinie

    Für die Verordnung einer Krankenbeförderung hat der Vertragsarzt die Notwendigkeit der Beförderung zu prüfen und das erforderliche Transportmittel auszuwählen. Dabei muss die Fahrt im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse zwingend medizinisch notwendig sein. Maßgeblich für die Auswahl des Beförderungsmittels ist ausschließlich die zwingende medizinische Notwendigkeit im Einzelfall unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots. Für die Auswahl ist deshalb insbesondere der aktuelle Gesundheitszustand des Versicherten und seine Gehfähigkeit zu berücksichtigen.