Mindestmenge für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat am 17. Februar 2011 beschlossen, dass er bis zur grundsätzlichen Entscheidung im Hauptsacheverfahren des Landessozialgerichts (LSG) Berlin-Brandenburg seine im Juni 2010 getroffene Erhöhung einer Mindestbehandlungsfallzahl bei der Versorgung Früh- und Neugeborener mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm weiterhin außer Vollzug setzt. Der GBA stellt damit Rechtssicherheit für alle betroffenen Krankenhäuser her und sichert deren Gleichbehandlung. Die Erhöhung der Mindestmenge von 14 auf 30 bei Frühchen ist damit ausgesetzt.

Der Anlass dieser Entscheidung ist, dass der GBA mit seinem Anliegen vor dem LSG Berlin-Brandenburg am 26. Januar 2011 zunächst gescheitert ist.

Pressemitteilung des GBA vom 17. Februar 2011

Bitte beachten Sie auch die Pressemitteilung vom GKV-SV zu diesem Thema:

Der GBA hatte im Juni 2010 die Qualitätsanforderungen bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen erhöht. Ab dem 1. Januar 2011 sollte die Behandlung von 30 Früh- und Neugeborenen pro Jahr Voraussetzung dafür sein, dass ein Krankenhaus weiterhin die sehr betreuungsintensiven "Frühchen" mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm versorgen darf (Level 1).

Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Ergebnis

Grundlage für den Mindestmengenbeschluss des GBA war der Abschlussbericht des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), in dem der Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Ergebnis bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit sehr geringem Geburtsgewicht darlegt ist.

Abschlussbericht des IQWiG
vom 14.08.2008

Abschlussbericht des IQWiG - Kurzfassung
vom 14.08.2008

Neugeborenen-Studie

Gibt es einen Volume-Outcome-Zusammenhang bei der Versorgung von Neugeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht in Deutschland?

Neugeborenen-Studie
Analyse mit Routinedaten von Dr. med. Günther Heller, Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), vom 30.03.2005.

Informationen zur Qualitätssicherung der Behandlung von Früh- und Neugeborenen