Gesetzliche Qualitätssicherung

Alle Krankenhäuser in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, an Maßnahmen zur Qualitätssicherung teilzunehmen. Zu diesem Zweck werden bereits seit vielen Jahren Daten zur Krankenhausbehandlung erhoben, statistisch ausgewertet und Krankenhäuser bundesweit anhand von Qualitätsmerkmalen miteinander verglichen. Das Ziel der Qualitätssicherung ist es, die Behandlungsqualität nachhaltig zu verbessern.

  • Externe stationäre Qualitätssicherung

    Der GBA legt in den Richtlinien über Maßnahmen der Qualitätssicherung für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser (QSKH-RL) fest, auf welche Leistungsbereiche in der stationären Versorgung sich die externe Qualitätssicherung konzentriert. Ausführliche Informationen zur Datenerfassung für das Qualitätssicherungsverfahren, Dokumentation und Ausfüllhinweise zu den einzelnen Leistungsbereichen sind auf der Homepage des Instituts Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zu finden.

    Richtlinien über Maßnahmen der Qualitätssicherung für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser (QSKH-RL)
  • Qualitätsreport

    Das Institut wertet im Auftrag des GBA Daten der Krankenhäuser im Rahmen der externen Qualitätssicherung aus. Die Ergebnisse der bundesweiten Auswertung veröffentlicht das Institut im jährlich erscheinenden Qualitätsreport.

    2016 lieferten bundesweit 1.544 Krankenhäuser rund 2,5 Millionen Datensätze. Diese Daten verteilen sich auf 25 Qualitätssicherungsverfahren mit insgesamt 266 Qualitätsindikatoren. Nach Angaben des IQTIG ist die Qualität der medizinischen Versorgung in deutschen Krankenhäusern als hoch zu bewerten. In fünf Bereichen zeige sich jedoch ein besonderer Handlungsbedarf: Bei der Versorgung mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren traten häufig Komplikationen auf, die Folgeeingriffe notwendig machten. Frühgeburten wurden in vielen Fällen nicht durch einen Kinderarzt begleitet. In der Brustchirurgie bemängelte der Bericht diagnostische Versäumnisse, und 20 Prozent aller Patienten mit einen gelenknahen Bruch des Oberschenkelhalsknochens mussten zu lange auf die Operation warten.

    Zum Qualitätsreport 2016
  • Strukturierter Dialog

    Stellt das IQTIG bei der Auswertung der Krankenhausdaten Auffälligkeiten fest, so thematisiert es die Defizite im direkten Kontakt mit der betroffenen Klinik. Ziel dieses sogenannten Strukturierten Dialogs ist es, Krankenhäuser dabei zu unterstützen, die Prozesse und die Versorgungsqualität kontinuierlichen zu verbessern.

    Dabei stehen dem IQTIG unterschiedliche Instrumente zur Verfügung. So bekommen Krankenhäuser mit auffälligen Ergebnissen Hinweise darauf, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Bei Bedarf wird das Krankenhaus gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Auch kollegiale Gespräche oder Vor-Ort-Begehungen gehören zum Strukturierten Dialog.

    Die Ergebnisse des Strukturierten Dialogs fasst das IQTIG jährlich in einem Bericht zusammen.

    Zum Bericht Strukturierter Dialog 2016
  • Strukturierte Qualitätsberichte

    Krankenhäuser erstellen jährlich einen strukturierten Qualitätsbericht. Über Inhalt und Umfang dieser Berichte entscheidet der GBA. Die Informationen aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser sind im AOK-Krankenhausnavigator recherchierbar beziehungsweise dort als kompletter Qualitätsbericht für jedes einzelne Krankenhaus herunterladbar.

    Weitere Informationen zu strukturierten Qualitätsberichten
  • Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

    Die Richtlinie über die einrichtungs- und sektorenübergreifenden Maßnahmen zur Qualitätssicherung (Qesü-RL) legt die Strukturen und verfahrenstechnischen Grundlagen für eine die unterschiedlichen Leistungssektoren übergreifende Betrachtung der medizinischen Behandlungsqualität fest. Ziel ist es, die Qualität der Leistungen, die sowohl im Krankenhaus als auch in der vertragsärztlichen Versorgung erfolgen, zu erfassen und die Behandlungsqualität über die verschiedenen Sektoren hinweg zu vergleichen. Die Entwicklung und Umsetzung von Verfahren der einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung ist die Aufgabe des IQTIG.

    Am 1. Januar 2017 startete das Qualitätssicherungsverfahren "Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektionen" (QS WI). Es soll die Anzahl der nosokomialen Infektionen senken helfen. Dazu werden neben postoperativen Wundinfektionen auch Informationen zum Hygiene- und Infektionsmanagement der teilnehmenden Leistungserbringer erfasst.

    Bereits seit Anfang 2016 ist es möglich, die Qualität der medizinischen Behandlung bei bestimmten Eingriffen mit einem Herzkatheter sowohl ambulant als auch stationär zu messen. Das Verfahren erlaubt valide und vergleichbare Aussagen zur Qualität der Koronarangiographie und der perkutanten Koronarintervention (PCI) im Krankenhaus und Arztpraaxis.

    Insbesondere sollen die Indikationsstellung, die Durchführung der Eingriffe und die Langzeit-Ergebnisqualität in den Blick rücken. Hierzu sollen Datensätze eines Patienten aus unterschiedlichen Behandlungsorten und -sektoren und die Abrechnungsdaten der Krankenkassen über einen längeren Zeitraum pseudonomisiert zusammengeführt und ausgewertet werden.

    Richtlinie über die einrichtungs- und sektorenübergreifenden Maßnahmen zur Qualitätssicherung (Qesü-RL)

    Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung: Sektorenübergreifende Spezifikation PCI für das Jahr 2016

    PCI: Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie Qualitätsindikatoren

    QS-Verfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen - Postoperative Wundinfektionen