Mehr Patienten verursachen weniger Belegungstage

Bild Krankenhaus

(17.08.17) Rund 19,5 Millionen Patienten wurden 2016 vollstationär im Krankenhaus behandelt. Im Vergleich zum Jahr 2010 (18,0 Millionen) ist die Zahl der Behandelten um 8,3 Prozent und zu 1991 (14,6 Millionen) um mehr als ein Drittel gestiegen. Das sind vorläufige Ergebnisse der Krankenhausstatistik, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat.

Während die Zahl der Patienten stieg, sank ihre Aufenthaltsdauer. 2016 lag ein Kranker im Durchschnitt 7,3 Tage im Krankenhaus. 2010 waren es noch 7,9 Tage und 1991 gar 14 Tage. Das gilt auch für Berechnungs- und Belegungstage: Ihre Anzahl verringerte sich von 204 Millionen im Jahr 1991 auf 142 Millionen im Jahr 2016.

Kliniken bauen Betten ab

Ebenso kontinuierlich ging die Zahl der Betten von 1991 bis 2016 um ein Viertel zurück. Zuletzt verfügten die 1.948 Krankenhäuser Deutschlands über insgesamt etwa 499.000 Betten. Im Jahr 2010 waren es noch 503.000 und 1991 standen in den Krankenhäusern sogar über 665.000 Betten.

Die Anzahl der Krankenhäuser insgesamt hat sich 2016 im Vergleich zu 2010 (2.065) um 5,7 Prozent verringert. 2016 stand annähernd jedes zweite Krankenhausbett (47,8  Prozent) in einem Krankenhaus eines öffentlichen Trägers, jedes dritte Bett (33,5 Prozent) befand sich in einem freigemeinnützigen Haus. Der Anteil der Krankenhausbetten in Einrichtungen privater Träger betrug 18,7 Prozent.

Auslastung stagniert bei 77 Prozent

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war die Auslastung der Krankenhausbetten 2016 mit 77,8 Prozent unverändert niedrig (2010: 77,4 Prozent). Nach den Krankenhausplänen verschiedener Bundesländer gilt eine Bettenauslastung von 85 Prozent als Maßstab für eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung. Die höchste Bettenauslastung erreichten öffentliche Krankenhäuser mit 79,9 Prozent, die geringste (74,9 Prozent) private Kliniken. Die Auslastung in den freigemeinnützigen Häusern lag bei 76,6 Prozent. 

Mehr Menschen arbeiten in Krankenhäusern

Der vorläufigen Krankenhausstatistik zufolge kümmerten sich 2016 894.500 Vollkräfte (Beschäftigte umgerechnet auf die volle tarifliche Arbeitszeit) um die Versorgung der Patienten. Das waren knapp 78.000 Beschäftigte mehr als 2010 (816.000 Personen). Die Anzahl der Vollkräfte hat damit wieder das Niveau des Jahres 1991 (879.816 Menschen) erreicht. Das größte Plus verzeichnete der ärztliche Dienst. Dort arbeiteten zuletzt 157.984 Menschen, 17 Prozent mehr als 2010 (134.847 Personen) und 66 Prozent mehr als 1991 (95.208 Personen). Im Pflegedienst waren 325.181 Vollkräfte im Einsatz. Das waren 6,2 Prozent mehr als 2010 (306.108 Personen).